Planungsanleitung

Erfahren Sie hier in 11 einfachen Schritten, wie Sie zu Ihrem eigenen Küchenplaner werden können - zumindest was die Vorarbeit betrifft. Von der Entscheidung über das gewünschte Küchendesign, über das Aufmaß bis hin zu Platzierung der Küchenschränke und der Auswahl der gewünschten Küchengeräte.

1. Entscheidung: Preissegment, Hersteller, Materialien und Fronten aussuchen

Zunächst sollten Sie einige Vorüberlegungen anstellen: Soll Ihre neue Küche ein reiner Arbeitsbereich sein? Möchten Sie eine Zweckküche? Oder soll sie als gemütliche und großzügige Wohnküche konzipiert werden? Vielleicht sogar als Landhausküche? Vielleicht haben Sie Sich aber auch eine zeitgemäß puristische Designküche vorgestellt. Haben Sie kleine Kinder und sollten Fronten und Materialien deshalb besonders strapazierfähig sein? Oder träumen Sie von einer außergewöhnlich pflegeleichten Küche, die Ihnen viel Zeit und Mühe erspart?

Je nach persönlichen Anforderungen und Designvorlieben können Sie zwischen Massivholz-, Echtholz-, Glas-, Edelstahl-, Kunststoff-, Folien-, Laminat-, Schichtstoff- und Lackfronten wählen, die wiederum in verschiedenen Preisklassen angeboten werden. Informieren Sie Sich eingehend auf unserer Materialinfoseite über die zahlreichen Werkstoffe und ihre jeweiligen Vorzüge.

Am preiswertesten sind einfache Kunststofffronten mit aufgeleimten Kanten. Die nächsthöhere Preiskategorie bilden Folienfronten, matt oder glänzend, Laminat- und Schichtstoffe, Holz-, Glas- und Lackfronten. Vollholzküchen, lackierte Holzküchen (mehr über Holzküchen) und Hochglanzlackküchen sind in der Regel relativ kostspielig.

Doch nicht nur die Materialien, auch die Herstellerqualität beeinflusst den Preis der Küche. Wie bei jedem anderen Produkt gilt hier: Je hochwertiger und namhafter die Marke ist, desto teurer ist die Ware in der Anschaffung. Zu beachten ist allerdings, dass Markenhersteller für den hohen Preis auch viel bieten: meist liefern sie neben den Fronten die komplette Palette an Seitenwänden, Sockeln, Wangen und oft auch mehr gleich mit. Auf diese Weise kann die Küche konsequent und einheitlich ganz nach Ihrem individuellen Geschmack gestaltet werden, ohne dass Sie Kompromisse aufgrund nicht lieferbarer Teile eingehen müssen.

2. Schritt: Raum ausmessen und Details festhalten

Beim ausmessen des Raumes, in dem Sie Ihre neue Küche planen wollen, müssen Sie besonders darauf achten, genauestens von Wand zu Wand zu messen und dabei alle Wandvertiefungen, Ecken und Winkel zu dokumentieren. Halten Sie auch die Raumhöhe, Fensternischen und eventuelle Vorsprünge fest, wie sie beispielsweise bei Kaminen vorkommen. Eine sehr wichtige Information bei der Küchenplanung ist auch die Lage aller Anschlüsse (wenn bereits vorhanden) und Heizkörper im Raum, sowie zu guter Letzt die Position von Türen und Fenstern und deren Sturzhöhe.

3. Überlegung: Anschlüsse festlegen

Bei Neubauten und Komplettrenovierungen haben Sie einen entscheidenden Planungsvorteil: Sie sind flexibel und können die Anschlüsse abhängig von der Küchenplanung verlegen lassen. Bei Teilrenovierungen sollten Sie wenn möglich prüfen lassen, ob die Anschlüsse anders verlegt werden können.

Am wichtigsten ist natürlich der Wasseranschluss und gegebenenfalls der Gasanschluss. Diese sollten immer genauestens nach Küchenplan platziert werden, da eine nachträgliche Positionsänderung meist mit sehr hohem Aufwand und Kosten verbunden ist.

Elektrogeräte wie Geschirrspüler, Herd mit Kochfeld, Backofen oder Kombigeräte, die eventuell eingeplante Waschmaschine oder der Trockner sollten aus Sicherheitsgründen immer an einen separaten Stromkreis angeschlossen werden.

4. Schritt: Für eine Küchenform entscheiden

Die Wahl der Küchenform ist abhängig vom Angebot, sowie von Ihren individuellen Raum- und Platzanforderungen.

Die L-Küche

Eine der häufigsten, beliebtesten und unproblematischsten Küchenformen ist die L-Küche. Sie kann in nahezu jeden Raum eingeplant werden. Meist befinden sich bei dieser Form der Küchenplanung an einem Ende der L-Zeile ein oder mehrere Hochschränke. Auf diese Weite entsteht eine zusammenhängende, größere Arbeitsfläche. Der Stauraum in der Ecke, wo beide Küchenzeilen zusammenlaufen, kann durch einen speziellen Eckschrank sinnvoll genutzt werden. Oft bietet die L-Küche auch noch Platz für einen separaten Esstisch.

Die einzeilige Küche

Die einzeilige Küche ist auch in sehr vielen Haushalten zu finden. Sie kann mit dem geringsten Platzaufwand geplant werden, da sie nur eine Stellwand benötigt. Um mehr Stauraum und Arbeitsfläche zu schaffen bietet es sich bei der einzeiligen Küche an, tiefere Unterschränke und eine übertiefe Arbeitsplatte (z.B. 75cm) einzuplanen.

Die zweizeilige Küche

Für kleine Räume ist die zweizeilige Küche sinnvoll. Sie wird meist als reine Arbeitsküche konzipiert an zwei gegenüberliegenden Wänden platziert. Zwischen den Küchenzeilen sollte ein Mindestabstand von 1 m, besser 1,20 m eingehalten werden, um problemlos Auszüge öffnen und Geräte beladen zu können.

Die U-Küche

Die U-Form -Küche bietet sich in Räumen mit einer Türe und einem Fenster an. Spezielle Eckschränke können hier sinnvoll platziert und der Hauptarbeitsplatz direkt vor dem Fenster eingeplant werden, um das Tageslicht für die Arbeit zu nutzen. Auch hier sind wie bei der zweizeiligen Küche genügend große Abstände der gegenüberliegenden Küchenzeilen zu beachten.

Die G-Küche

Die beliebte und großzügige G-Form-Küche ist im Grunde eine U-Form-Küche mit einem Extraschenkel, der sehr gerne als Theke oder Esstisch geplant wird. Diese Art der Küchenplanung bietet sich nur für größere Räume an und eignet sich besonders für Wohnküchen und offene Küchen.

Die Insel-Küche

Ein immer beliebter werdender Trend in der Küchenplanung ist die gesellige und designorientierte Insel-Küche. Diese kann in ihrer Grundform eine ein- oder zweizeilige, eine L- oder auch U-Form Küche sein, der dann eine Insel vorgelagert wird. Diese Insel wird gerne als Kochinsel mit angesetzter Theke geplant und ist ideal für große oder offene Räume.

Die gängigen und wichtigsten Küchenplanungsformen stehen Ihnen in unserem Online-Küchenplaner als fertige Grundrisse zur Verfügung, mit denen Sie arbeiten können.

5. Planungsschritt: Einbaugeräte und Spüle auswählen

Bei dieser Entscheidung spielt der Umfang der gewünschten Ausstattung eine große Rolle. Möchten Sie die Standardküchenausstattung oder darf es auch etwas mehr sein? Außerdem sollten Sie Sich Gedanken über die geeignete Position aller Geräte machen. Bei diesen Überlegungen könnte unsere Infoseite zum Thema Ergonomie sehr hilfreich sein. Manche Geräte können beispielsweise sinnvoll eine Eckposition einnehmen, andere wiederum sollten auf rückenschonender Höhe eingeplant werden.

Eine weitere wichtige Überlegung ist: Wie viel Kühl- und Gefriergut möchten Sie unterbringen und welches Kühlsystem ist also für Sie das richtige? Unabdingbar ist außerdem die rechtzeitige Klärung der Abluftführung der Dunstabzugshaube, sowie der Frage, ob Waschmaschine und Trockner ebenfalls in Ihrer neuen Küche einen Platz brauchen. Beachten Sie auch unsere Tipps und Informationen über Küchengeräte, die Sie interessieren könnten.

6. Überlegung: Hochschränken, Vitrinen und gegebenenfalls einen Standkühlschrank sinnvoll platzieren

Als erstes sollten die größten Elemente im Küchenraum verplant werden, damit alle anderen Möbel zweckmäßig dazu ergänzt werden können. Hochschränke können als Vorrats-, Geschirr- und Auszugsschränke eingeplant werden. In Gerätehochschränken können beispielsweise der Kühlschrank, der Gefrierschrank, der Backofen, die Mikrowelle, ein Dampfgarer, ein Tellerwärmer, ein Kaffeeautomat oder auch ein höher gesetzter Geschirrspüler untergebracht werden. Wenn Sie Sich für einen Standkühlschrank oder einen amerikanischen Side-by-Side Kühlschrank entscheiden, dürfen Sie diesen in der Platzplanung natürlich auch nicht vergessen. Die jeweilige Platzierung solcher Hochschränke sollte wieder nach ergonomischen Gesichtspunkten erfolgen.

7. Entscheidung: Unterschränke auswählen

Die wichtigsten Unterschränke sind Schubladen- und Auszugschränke. Ein äußerst praktisches Extra, das bei genügend vorhandenem Platz eingeplant werden sollte ist ein Abfallsorterschrank. Dieser ist komfortabel von oben zu bedienen und Resteentsorgung gehört schließlich zu den am häufigsten verrichteten Arbeitsschritten in der Küche. Noch unkomplizierter wird die Entsorgung, wenn Sie den Abfallsorter direkt unter der Arbeitsfläche einplanen. So können anfallende Abfälle einfach in den Abfallsammler gewischt werden.

Sinnvoll ist es, zunächst Eckschränke einzuplanen und im Anschluss daran den Spülenschrank mit Geschirrspüler, sowie den Herd- oder Kochstellenschrank. Abschließend können die Zwischenräume mit den gewünschten Schrankarten aufgefüllt werden.

8. Schritt: Arbeitsflächen planen und Arbeitsplatte auswählen

Die Arbeitsfläche ist mit der wichtigste Bereich in der Küche und sollte in erster Linie funktional nach ergonomischen Gesichtspunkten geplant werden. Das Design der Arbeitsplatte unterliegt natürlich Ihren individuellen Vorlieben. Auf unserer Infoseite über Küchen-Arbeitsplatten können Sie Sich über die beliebtesten Arbeitsplattenmaterialien informieren.

Ein neuer Trend in der Küchenplanung ist es, die Arbeitsfläche in eine Theke oder eine Bar zu überführen, oder eine Sitzgelegenheit aus dem Arbeitsplattenmaterial direkt angrenzen zu lassen.

9. Planungsschritt: Oberschränke auswählen

Oberschränke werden überwiegend am Küchenstil angepasst. In sehr modernen und designorientierten Küchen sind die Oberschränke meist lang und niedrig geformt. Häufig werden sie auch zu Gunsten von Regal- Lichtsystemen nur sehr spärlich verwendet oder gar ganz weggelassen. Im Rahmen klassischer oder rustikaler Küchenkonzepte kommen neben Oberschränken mit normal angeschlagenen Türen je nach Stil oft Glas-, Jalousien-, Falt-, Klapp-, oder Schiebetüren zum Einsatz.

Auch hier gilt wieder: Eckschränke mit eventuellen Aufsatzschränken zuerst planen und dabei unbedingt die Breite des Dunstabzuges beachten. Anschließend sollten Sie Sich überlegen, welche Art von Oberschrank zu Ihrem favorisierten Küchenstil passt: Glasschränke, Klappen- oder Designschränke? Haben Sie vielleicht auch an auffällige überbreite Oberschränke gedacht?

Wenn diese Fragen geklärt sind, können Sie die Räume zwischen den Eckschränken mit den gewünschten Schrankarten, Regalen oder auch Freiflächen auffüllen.

10. Überlegung: Nischenausstattung planen

Nischenausstattungen werden zwischen der Arbeitsplatte und der Unterkante von Oberschränken oder Dunstabzug angebracht und sind in der Regel nicht nur Wandverkleidungen , sondern dienen auch als Träger für darauf montiertes Zubehör. Beispielsweise können hier dekorative Lichtsysteme, Relingstangen oder andere Funktions- oder Designelemente eingeplant werden.

11. Schritt: Beratungstermin vereinbaren - Partner finden - Angebote einholen

Nun haben Sie perfekte Vorarbeit geleistet und alles getan, was ein Küchenkunde im Vorfeld selbst für die Küchenplanung tun kann! Ab hier sollten Sie auf professionelle Unterstützung setzen. Vereinbaren Sie einen oder mehrere Gesprächstermine mit den Servicepartnern Ihrer Wahl und holen Sie Angebote ein.

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