Glas-Grundlagen und Eigenschaften

Glas ist einer der ältesten Werkstoffe der Menschheit. Sehr einfach ausgedrückt handelt es sich bei Gläsern um durch Abkühlung erstarrte Flüssigkeiten. Es gibt je nach Herkunft des Ausgangsmaterials künstliche und natürliche Gläser, chemisch kann außerdem nach metallischen und nicht-metallischen Gläsern unterschieden werden. Die für die Küchenplanung relevanteste Einteilung dürfte aber die Unterscheidung nach Herstellungsverfahren in Hohlglas, Flachglas und Spezialglas sein. Während aus Hohlglas hauptsächlich Trinkgläser, Aufbewahrungsbehälter aus Glas und andere Tischwaren hergestellt werden, kommen Flachglas und spezielle Glasverbindungen im gesamten Küchenbereich vor - von der Glasarbeitsplatte, den Glasfronten, der Spüle aus Glas oder der Nischenrückwand, über die Backofentür und das Glaskeramik-Kochfeld bis hin zu Innenleben und Details, wie Schubladentrennsysteme, Kühlschrank-Fächer oder Glaseinlegeböden.

Die komplizierte, chemische Struktur sorgt bei hohen Temperaturen für Viskosität und Formbarkeit bis in etwa bei Zimmertemperatur ein Zustand der vollständigen Starre eintritt, was die vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten und relativ flexible Formgebung ermöglicht. Physikalisch gesehen ist die vordergründige Eigenschaft die Lichtdurchlässigkeit. Solange Gläser nicht absichtlich getrübt, geätzt oder opak gemacht werden, sind sie klar und durchsichtig, erzeugen aber auch spiegelnde Effekte und spannende Reflexionen. So entsteht die dem Glas eigene Wirkung, die Wertigkeit und Eleganz ausstrahlt.

Das für Arbeitsplatten, Fronten, Spülen und Gerätefronten zumeist verwendete Einscheibensicherheitsglas (ESG) ist aufgrund seiner Hitzebeständigkeit und Unkompliziertheit für den Einsatz in viel beanspruchten Küchenbereichen geeignet. Bei der Glaskeramik für Kochfelder ist es entscheidend, dass durch die Verbindung von Glas und Kristallen die Wärmeausdehnung bei Temperaturveränderungen minimiert und so ein Glasbruch durch Temperaturschock verhindert wird. Der Verbundwerkstoff glänzt durch eine enorme mechanische und thermische Festigkeit.

Glas ist als Oberfläche oder Unterlage porenlos und extrem hygienisch, geschmacksneutral, geht keine Verbindungen oder Wechselwirkungen mit anderen Stoffen oder Materialien ein und kann sehr einfach gereinigt werden. Ein Materialnachteil ist natürlich die Gefahr von Glasbruch bei Spannung, Schlägen oder unsachgemäßer Behandlung. Im Anwendungsbereich Küche wird hier allerdings stetig gefeilt und den hochwertigeren Gläsern ist dank ausgeklügelter Härteverfahren eine hohe Stoß- und Schlagfestigkeit eigen. Auch Kratzer lassen sich auf Gläsern leider nicht komplett verhindern, insbesondere bei starker Beanspruchung oder unsachgemäßem Gebrauch.

Glas spricht außerdem die Emotionen und Sinne an. Designglas und Spezialglas sind nicht nur schön anzusehen. Bei Möbeln und Lifestyle Produkten, mit denen wir tagtäglich „auf Tuchfühlung“ gehen, wird es auch immer wichtiger, die Haptik anzusprechen. Wer schon einmal mit der Hand über eine größere Oberfläche aus satiniertem Glas gestrichen hat, weiß wie samtig und angenehm sich das anfühlt. Eine Glasküche oder einzelne Elemente aus Glas sorgen während des Alltags in der Küche immer wieder für solche kleinen, wohligen Überraschungen für den Tastsinn.

Hier erfahren Sie alles, was Sie über Glas in der Küche wissen sollten: