Betonküchen

Industrial Design fürs Zuhause

Betonküchen bringen den Look des modernen Industrial Designs in die Küche. Optik und Haptik machen dieses Material so besonders und lassen eine Anmutung entstehen, die weit weg ist von dem biederen Charme vieler Küchen aus 1990er Jahren. Doch was muss man bei der Planung einer Betonküche beachten? Welche Fehler können langfristig die Freude an der Betonküche mindern?

Betonküche mit Essecke. Foto: Nobilia
Betonküche als grifflose Variante. Foto: Nobilia

Charakteristik einer Betonküche

Bei Betonküchen unterscheidet man zwischen echten Betonküchen und Küchen in Beton-Optik. Küchenfronten, die eine Beton-Optik zeigen, sind meist aus Kunststoff, imitieren allerdings die optischen und haptischen Eigenschaften von Beton so perfekt, dass der Unterschied zu echten Betonfronten nur schwer erkennbar ist. Dafür sind Küchen in Beton-Optik deutlich günstiger als echte Betonküchen.

Aber selbst echte Betonküchen sind nicht komplett aus Beton. Vielmehr wird auf eine MDF-Trägerplatte eine hauchdünne Betonschicht aufgetragen, die aus vermahlenem Zement und einigen Zusatzstoffen zur Strukturfestigung hergestellt wird. Hinzu kommt meist noch eine Versiegelung , die matt oder auch glänzend sein kann.

Was Betonküchen so beliebt macht

Zweizeilige Betonküche. Foto: Leicht
Beton, Metall, Holz - eine spannungsreiche Kombination. Foto: Leicht

In der Architektur lässt sich der Trend zu mehr Beton, der sichtbar die Fassaden ziert, schon seit einigen Jahren erkennen. Nun hat er auch den Weg in die Küchenplanung gefunden. Sowohl in der Küche als auch bei der Errichtung von Museen und modernen Firmengebäuden wirkt der Beton auf ähnliche Weise. Er vermittelt eine kühle, rohe und urbane Atmosphäre, wirkt modern, vielleicht sogar ein wenig grob – ganz gleich in welcher Küchenform.

Tatsächlich hat die aus den 2000er Jahre stammende Idee, den Beton wieder verstärkt als Gestaltungsmittel zu verwenden, ihren Ursprung in den 50er Jahren, in denen viele Gebäude, insbesondere Mehrparteienhäuser, aus Beton errichtet wurden. Die Bezeichnung dieses Baustils als „Brutalismus“, der bis in die 80er Jahre Einfluss hatte, bezieht sich auf die Wirkung, auf die Betonung der Konstruktion, auf die einfachen geometrischen Formen.

In der Küche der Gegenwart erfüllt Beton eine neue Funktion. Er dient als markantes Zeichen der Modernität.

Planung einer Betonküche

Betonküche mit halber Insel
Gegensätze ziehen sich an: Betonküche und Holztheke. Foto: Nobilia
Helle Betonspüle auf schwarzer Arbeitsplatte. Foto: Blanco
Helle Betonspüle auf schwarzer Arbeitsplatte. Foto: Blanco

Wie bereits am Anfang erwähnt, unterscheidet man grundsätzlich zwischen echten Beton-Küchen und Küchen in Beton-Optik – zwei Varianten, die beide ihre Vor- und Nachteile haben. Dabei bezeichnet Beton in der Regel die Beschaffenheit der Fronten. Diese können als Betonfronten das komplette Erscheinungsbild der Küche bestimmen oder auch als Kontrast, beispielsweise zu Fronten in Holz oder gar Edelstahl, eingesetzt werden.

Die minimalistisch-kühle Anmutung von Beton und die warme, natürliche Ausstrahlung von Holz – beides zusammen ergibt einen lebendigen Kontrast, der die Küche stimmig und abwechslungsreich gestaltet. Denn beide Materialien verstärken ihre Wirkung. Holz erscheint im Kontext von Beton noch wärmer und Beton im Kontext von Holz noch ursprünglicher und rauer. Kurzum: Beide Materialien ergeben fast immer ein Traumpaar.

Aber die Planung einer Betonküche muss sich nicht auf die Fronten beschränken. Darüber hinaus ist eine Beton-Optik auch im Bereich der Spüle umsetzbar. Der deutsche Spülenhersteller Blanco hat dafür einige interessante Varianten in seinem Portfolio. Nicht zuletzt hat Beton auch längst die moderne Arbeitsplatte erobert.

Arbeitsplatte einer Betonküche. Foto: Ballerina
Auch im Detail ein Hingucker. Foto: Ballerina
Betonküche mit überlanger Arbeitsplatte. Foto: Ballerina
Überlange Betonarbeitsplatte als zentrales Element der Planung. Foto: Ballerina.

Arbeitsplatten für eine Betonküche

Was für die Fronten gilt, ist auch für die Arbeitsplatte bestimmend. Arbeitsplatten gibt es als echte Beton-Arbeitsplatten und auch als Arbeitsplatten in Beton-Optik.  Ob eine echte Beton-Arbeitsplatte die bessere Wahl ist, sollte man genau abwägen.

Echte Beton-Arbeitsplatten sind nicht nur recht teuer im Vergleich zu einer Beton-Optik-Variante, sie sind auch echte Schwergewichte. Was bedeutet: Die Unterschränke, meist aus Holz, müssen auch ein größeres Gewicht als gewöhnlich tragen. Hinzu kommt das echte Beton-Arbeitsplatten aufgrund ihrer Offenporigkeit auch empfindlich sind, was Fettspritzer oder scharfe Reinigungsmittel angeht. In der Regel lässt der langjährige Gebrauch einer echten Beton-Arbeitsplatte eine Patina entstehen. Extrem vorsichtig muss man bei echten Beton-Arbeitsplatten bei heißen Töpfen oder Pfannen sein, sie können Spuren hinterlassen, die später nicht mehr zu entfernen sind.

Deutlich praktischer, wenn vielleicht auch nicht ganz so authentisch in der Wirkung, sind Arbeitsplatten in Beton-Optik. Sie sind günstiger, leichter und weniger empfindlich.

TIPP: Betonküchen mit echten Betonfronten und einer echten Betonarbeitsplatte sind deutlich schwerer als viele andere Küchen. Erfahrene Küchenspezialisten wissen das und planen Ihre Küche entsprechend. Wenn Sie wissen möchten, ob der Boden bei Ihnen für eine echte Betonküche geeignet ist, lohnt sich der Weg ins Küchenfachgeschäft.

Betonküche mit Holzarbeitsplatte

Wer eine Betonküche möchte, aber vielleicht auf eine Betonarbeitsplatte verzichten will, dem bieten sich auch viele Optionen. Gerade die Empfindlichkeit von echtem Beton gegenüber Gebrauchsspuren macht die Wahl einer Holzarbeitsplatte oder einer Arbeitsplatte in Holz-Optik in Kombination mit Betonfronten fast logisch. Dazu kommt die optische Komponente, beide Materialien stehen in der Regel in einem reizvollen Kontrast. So kommen optische und praktische Vorteile bei der Kombination einer Betonküche mit einer Holzarbeitsplatte zusammen.

Betonküche in L-Form. Foto: Ballerina
Betonküche mit schwarzer Arbeitsplatte. Foto: Ballerina

Weiße Küche mit Betonarbeitsplatte

Aber auch der umgekehrte Weg ist gangbar. Wer sich Beton allein und ausschließlich für die Arbeitsplatte wünscht, sollte allerdings einiges bedenken. Rein optisch ist beispielsweise die Kombination einer weißen Küche mit einer Betonarbeitsplatte sinnvoll. Gerade aber, wenn es sich um echten Beton handelt, ist ein sorgsamer Umgang mit der Arbeitsplatte wichtig. Heiße Pfannen und Töpfe können die teure Echt-Betonarbeitsplatte schnell schädigen. Hinzu kommt, dass Arbeitsplatten mit echtem Beton schwer sind, und die Tragfähigkeit der Unterschränke auch darauf ausgerichtet sein muss. Leichter sind Arbeitsplatten in Beton-Optik. Auch ist hier die Gefahr der Beschädigung durch eine falsche Behandlung wesentlich geringer als bei echtem Beton.

Kücheninsel in Beton

Kücheninseln verändern das Kochen, sie machen es kommunikativer und inspirierender. Und sie stellen die Küche in den Mittelpunkt des Lebens, werten sie zum Statussymbol auf.  So passt es auch, dass sich viele Küchennutzer eine Kücheninsel in einem besonderen Look wünschen. Beton ist dafür eine gute Wahl. Echter Beton bringt die Kücheninsel als modernes Schmuckstück voll zur Geltung, ist aber empfindlicher gegenüber Reinigungsmittel und heißen Töpfen und Pfannen. Gerade beim Kochen im Team, insbesondere mit Kindern, zeigt eine Beton-Optik Vorteile wie etwa ihre Robustheit.

Betonküche mit weißem Boden. Foto: Nolte Küchen.
Betonküche mit Kücheninsel in Beton. Foto: Nolte Küchen

Boden für Betonküchen

Den richtigen Boden für eine Betonküche zu finden, ob nun für eine kleine Küchenzeile oder eine großzügige U-Küche, ist in der Tat eine anspruchsvolle Aufgabe, die den Rat des Experten braucht. Er kann individuell abschätzen, welche die beste Lösung ist. Vor allem echte Beton-Küchen benötigen einen Boden, der für das Gewicht geeignet ist. Aus ästhetischer Sicht passt ein Boden aus Holz, der ein Gefühl von Wärme vermittelt, gut zu dem kühl und hart wirkenden Beton. Allerdings wird schon bei Küchen von normalem Gewicht geraten, nur harte Hölzer wie Eiche oder Esche zu verwenden. Aber auch Fliesen können perfekt zu einer echten Beton-Küche passen – zumal wenn dabei ein starker Grau-Weiß-Kontrast entsteht. Einfacher wird’s bei einer Küche in Beton-Optik, mit ihr lassen sich so gut wie alle Bodenarten kombinieren.

Grifflose Betonküche. Foto: Nolte Küchen
Helles Parkett und Beton - eine überzeugende Kombination. Foto: Nolte Küchen

Pflege von Betonküchen

Handelt es sich um eine Küche in Beton-Optik, so muss sie gepflegt werden wie andere Küchen auch. Zur Reinigung sollten dabei nur milde, wasserlösliche Reiniger zum Einsatz kommen, und keine aggressiven Substanzen wie Scheuerpulver. Am besten eignet sich ein weiches Tuch, das nicht fusselt. Stahlwolle, Kratzer oder Microfasertücher sind tabu. Im Übrigen sollten Verschmutzungen so schnell wie möglich entfernt werden, ebenso wie feuchte oder gar nasse Flächen zügig getrocknet werden müssen. Das alles gilt auch für Küchen mit einer echten Betonfront, nur muss man hier noch vorsichtiger vorgehen, denn echte Betonfronten sind noch empfindlicher, auch wenn die Oberfläche versiegelt wurde.

Preis von Betonküchen

Pauschal lässt sich die Frage nach dem Preis einer Betonküche nicht beantworten. Schon allein, weil die Preise, je nachdem, ob man sich für echten Beton oder Beton-Optik entscheidet, sehr unterschiedlich ausfallen können. Am Ende entscheiden dazu noch jede Menge anderer Faktoren über die Höhe des Preises – wie die Auswahl der Geräte und der Planungsaufwand. Grundsätzlich sind Küchen mit echtem Beton allerdings meist im gehobenen Segment zu finden.

Betonküche mit Edelstahl-Arbeitsplatte. Foto: Eggersmann
Echtbeton im Top-Segment. Foto: Eggersmann

Betonküchen kaufen

Fast ausnahmslos können Sie Betonküchen überall dort kaufen, wo Sie auch andere Küchen kaufen können. Insofern ist die Auswahl groß: Ob in Küchenabteilungen großer Möbelhäuser, in Fachmärkten oder beim kleinen Küchenspezialisten – die Wahl des Küchenhändlers hängt mehr von Ihren Erwartungen an Servicequalität und Beratungsintensität ab als von der Frage, ob es eine Betonküche sein soll. Dennoch: Gerade im höherpreisigen Segment – beispielsweise wenn Sie eine echte Betonküche wünschen – ist der Weg zum Küchenspezialisten zu empfehlen, der Sie über die Anforderungen und den Umgang mit einer Betonküche oft detailliert informiert und viel Zeit in die Planung investiert.

Finden Sie hier Ihren Küchenhändler für eine Betonküche

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