Betonküchen

Industrial Design für die Küche

Betonküchen bringen den Look des modernen Industrial Designs in die Küche. Optik und Haptik machen Beton als Material in der Küche so besonders und lassen eine Anmutung entstehen, die weit weg ist von dem biederen Charme vieler Küchen aus den 1990er Jahren. Doch was muss man bei der Planung einer Küche aus Beton beachten? Und was genau ist mit Betonoptik gemeint? Welche Fehler können langfristig die Freude an der Betonküche mindern?

Charakteristik einer Betonküche: Betonoptik oder echte Betonküche

Küchenfront in Beton-Optik
Beton Nachbildung: Küchenfront in heller Betonfarbe. Foto: Nobilia
Betonküche in L-Form. Foto: Ballerina
Betonküche mit schwarzer Arbeitsplatte. Foto: Ballerina Küchen

Betonküche ist nicht gleich Betonküche. So werden die Begriffe Zementküche und Betonküche oft synonym verwendet. Gleichzeitig muss man zwischen „echten“ und „unechten“ Betonküchen unterscheiden, also einer Küche in Beton-Optik. Und wer sich bei den Küchenherstellern umsieht, wird erkennen, dass es keine einheitliche Bezeichnung gibt: Küchen in Zementgrau, in Betonoptik, in Zementoptik, in Schiefergrau und viele andere Bezeichnungen beschreiben ein- und denselben Look in der Küche.

Graue Küche in Betonoptik oder Zementoptik

Küchenfronten, die eine Betonoptik zeigen, sind meist aus Kunststoff. Sie imitieren allerdings die optischen und haptischen Eigenschaften von Beton so perfekt, dass der Unterschied zu echten Betonfronten nur schwer erkennbar ist. Dafür sind Küchen in Betonoptik deutlich günstiger als echte Betonküchen. Oft ist auch die Rede von Küchen in Zementoptik, was eigentlich nicht korrekt ist. Zement ist lediglich ein Bindemittel, dass für die Herstellung von Beton, Mörtel und anderen Materialien nötig ist.

Echte Betonküchen

Aber selbst echte Betonküchen sind nicht komplett aus Beton. Vielmehr wird bei echten Küchen aus Beton eine hauchdünne Betonschicht auf eine MDF-Trägerplatte  aufgetragen. Jene wird aus vermahlenem Zement und einigen Zusatzstoffen zur Strukturfestigung hergestellt. Hinzu kommt meist noch eine Versiegelung, die matt oder auch glänzend sein kann.

Beton in der Küche: Merkmale von Betonküchen

  • Moderner Look
  • Beton-Optik als Alternative zu echten Betonoberflächen
  • Zeitloser Farbton besonders passend für moderne, oft grifflose Küchen im Industriestil
  • Vielseitig kombinierbar mit Holztönen oder Farben

Was Küchen aus Beton so beliebt macht

Zweizeilige Betonküche. Foto: Leicht
Beton, Metall, Holz - eine spannungsreiche Kombination. Foto: Leicht Küchen

In der Architektur lässt sich der Trend zu mehr Beton, der sichtbar die Fassaden ziert, schon seit einigen Jahren erkennen. Nun hat er auch den Weg in die Küchenplanung gefunden. Der Grund dafür ist die Wirkung und Ausstrahlung von Beton, egal ob echt oder Nachbildung. Oberflächen aus Beton vermittelen eine kühle, rohe und urbane Atmosphäre und wirken modern, vielleicht sogar ein wenig grob – ganz gleich in welcher Küchenform. Mit diesen Eigenschaften ist Beton geradezu prädestiniert für die Gestaltung von modernen Küchen und ganz besonders für puristische, grifflose Küchen im Industrial Style.

Tatsächlich hat die aus den 2000er Jahren stammende Idee, Beton wieder verstärkt als Gestaltungsmittel in der Architektur zu verwenden, ihren Ursprung in den 50er Jahren, in denen viele Gebäude, insbesondere Mehrparteienhäuser, aus Beton errichtet wurden. Die Bezeichnung dieses Baustils als „Brutalismus“ erlebte ihre Hochzeit in den 1970er Jahren. In der Küche der Gegenwart erfüllt Beton eine neue Funktion und dient als markantes Zeichen von Modernität, Purismus und Stil: Eine Küche aus Beton ist ein klares Statement.

Betonküche mit Essecke. Foto: Nobilia
Betonküche als grifflose Variante. Foto: Nobilia

Planung einer Küche aus Beton: Vielseitige Kombinationsmöglichkeiten

Wie bereits am Anfang erwähnt, unterscheidet man grundsätzlich zwischen echten Beton-Küchen und Küchen in Beton-Optik – zwei Varianten, die beide ihre Vor- und Nachteile haben. Dabei bezeichnet Beton in der Regel die Beschaffenheit der Fronten. Diese können als Betonfronten das komplette Erscheinungsbild der Küche bestimmen oder auch als Kontrast, beispielsweise zu Küchenfronten in Holz oder gar Edelstahl, eingesetzt werden.

Beton in der Küche kombiniert mit Holz, Farben und anderen Materialien

Die minimalistisch-kühle Anmutung von Beton und die warme, natürliche Ausstrahlung von Holz – beides zusammen ergibt einen lebendigen Kontrast in der Küche. Denn beide Materialien verstärken ihre jeweilige Wirkung. Holz erscheint im Kontext von Beton noch wärmer, Beton im Kontext von Holz noch ursprünglicher und rauer. Kurzum: Beide Materialien ergeben in der Küche fast immer ein Traumpaar. Küchenfronten aus Beton lassen sich aber nicht nur mit Holztönen, zum Beispiel als Arbeitsplatte, sondern auch sehr gut mit mit anderen Farben und Materialien wie Naturstein oder Metall kombinieren. Farbe in Kombination mit Beton sorgt für mehr Lebendigkeit in der Küche, Metall und Beton zusammen für eine noch kühlere und puristischere Atmosphäre in der Küche.

Betonküche mit weißem Boden. Foto: Nolte Küchen.
Betonküche mit Kücheninsel in Beton, Regalen in Weiß kombiniert mit farbigen Wänden in Blau. Foto: Nolte Küchen
Betonküche mit halber Insel
Gegensätze ziehen sich an: Betonküche und Holztheke. Foto: Nobilia

Küchenspülen und Arbeitsplatten aus Beton oder in Betonoptik

Die Verwendung von Beton als Material in der Küche muss sich nicht allein auf Küchenfronten beschränken. Darüber hinaus ist eine Betonoptik auch im Bereich der Küchenspüle umsetzbar. Nicht zuletzt hat Beton auch längst die moderne Küchenarbeitsplatte erobert. Arbeitsplatten aus Beton sind so gefragt wie nie und verleihen jeder Küche das gewisse Etwas.

Küche mit Arbeitsplatte in Beton-Optik
Küchenfronten und Küchenarbeitsplatte in Beton-Optik: Authentische Beton-Reproduktion in Stone Beton Weiß. Foto: Nolte Küchen
Küchenspüle in grauer Beton Optik
Küchenspüle in grauer Beton-Optik. Foto: Franke

Küche aus Beton: Welche Küchenarbeitsplatte passt dazu?

Wer es Ton-in-Ton liebt, der kann zu Küchen aus Beton gleich eine passende Arbeitsplatte aus Beton wählen. Allerdings gilt hier wie bei den Küchenfronten:  Arbeitsplatten für die Küche gibt es einerseits als echte Beton-Arbeitsplatten und andererseits auch als Arbeitsplatten in Betonoptik. Ob eine echte Betonarbeitsplatte die bessere Wahl ist, sollte man genau abwägen.

Arbeitsplatte einer Betonküche. Foto: Ballerina
Auch im Detail ein Hingucker. Foto: Ballerina Küchen
Betonküche mit überlanger Arbeitsplatte. Foto: Ballerina
Überlange Betonarbeitsplatte als zentrales Element der Planung. Foto: Ballerina Küchen

Echte Beton-Arbeitsplatten

Echte Betonarbeitsplatten sind nicht nur recht teuer im Vergleich zu einer Arbeitsplatte in Betonoptik, sie sind auch echte Schwergewichte. Was bedeutet: Die Unterschränke, meist aus Holz, müssen bei einer echten Betonplatte auch ein größeres Gewicht als gewöhnlich tragen. Hinzu kommt, dass Beton-Arbeitsplatten aufgrund ihrer Offenporigkeit auch empfindlich sind, was Fettspritzer oder scharfe Reinigungsmittel angeht. In der Regel entsteht nach langjährigem Gebrauch eine Patina auf der Betonarbeitsplatte, die aber den Charme von Beton ausmacht und das Rohe des Materials betont.

Küchenarbeitsplatten in Betonoptik

Deutlich praktischer, wenn vielleicht auch nicht ganz so authentisch in der Wirkung, sind Arbeitsplatten in Betonoptik. Sie sind günstiger, leichter und weniger empfindlich. Aber Achtung: Bei Laminatarbeitsplatten in Betonoptik muss man beim Hantieren mit heißen Töpfen oder Pfannen sehr vorsichtig sein, da diese Spuren hinterlassen können, die später nicht mehr zu entfernen sind.

TIPP: Küchen mit echten Betonfronten plus echter Betonarbeitsplatte sind deutlich schwerer. Erfahrene Küchenspezialisten wissen das und planen entsprechend. Wenn Sie wissen möchten, ob der Boden bei Ihnen für eine echte Betonküche geeignet ist, lohnt sich der Weg ins Küchenfachgeschäft.

Betonküche mit Arbeitsplatte aus Holz

Wer eine Küche aus Beton möchte, aber vielleicht auf eine Betonarbeitsplatte verzichten will, dem bieten sich viele Optionen. Gerade die Empfindlichkeit von echtem Beton gegenüber Gebrauchsspuren macht die Wahl einer Holzarbeitsplatte oder einer Arbeitsplatte in Holzoptik in Kombination mit Betonfronten fast logisch. Dazu kommt die optische Komponente: Beton und Holz stehen in der Regel in einem reizvollen Kontrast. So kommen optische und praktische Vorteile bei der Kombination einer Betonküche mit einer Holzarbeitsplatte zusammen.

Küche mit echter Beton-Oberfläche in dunklem Anthrazit
Diese Betonküche zeichnet sich durch Küchenfronten aus, auf die eine echte Zementoberfläche in dunklem Anthrazit aufgetragen wurde. Einen warmen Akzent setzen die Küchenarbeitsplatte und Regale aus Holz. Foto: Nolte Küchen

Weiße Küche mit Betonarbeitsplatte

Aber auch der umgekehrte Weg ist gangbar. Wer sich Beton allein und ausschließlich für die Arbeitsplatte wünscht, sollte allerdings einiges bedenken. Rein optisch ist beispielsweise die Kombination einer weißen Küche mit einer Betonarbeitsplatte sinnvoll. Gerade aber, wenn es sich um echten Beton handelt, ist ein sorgsamer Umgang mit der Arbeitsplatte wichtig. Heiße Pfannen und Töpfe können die teure Echt-Betonarbeitsplatte schnell schädigen. Hinzu kommt, dass Arbeitsplatten mit echtem Beton schwer sind, und die Tragfähigkeit der Unterschränke auch darauf ausgerichtet sein muss. Leichter sind Arbeitsplatten in Betonoptik. Auch ist hier die Gefahr der Beschädigung durch eine falsche Behandlung in der Küche wesentlich geringer als bei echtem Beton.

Boden für graue Küchen aus Beton oder in Betonoptik

Grifflose Betonküche. Foto: Nolte Küchen
Helles Parkett und Beton - eine überzeugende Kombination. Foto: Nolte Küchen

Den richtigen Boden für eine Betonküche zu finden, ob nun für eine kleine Küchenzeile oder eine großzügige U-Küche, ist in der Tat eine anspruchsvolle Aufgabe, die den Rat des Experten braucht. Er kann individuell abschätzen, welche die beste Lösung ist.

Vor allem echte Betonküchen benötigen einen Boden, der für das Gewicht geeignet ist. Aus ästhetischer Sicht passt ein Boden aus Holz gut zu dem kühl und hart wirkenden Beton. Allerdings wird schon bei Küchen von normalem Gewicht geraten, nur harte Hölzer wie Eiche oder Esche zu verwenden. Auch helle oder schwarze Bodenfliesen können perfekt zu einer echten Betonküche passen – zumal wenn dabei ein modernen Grau-Weiß oder Grau-Schwarz Kontrast entsteht. Wer auf Beton und seinen rauen Charakter auch auf dem Küchenboden nicht verzichten will, kann sich sogar für Fließen in Betonoptik entscheiden. So wird die rohe Schlichtheit des Materials noch verstärkt.

Einfacher wird es bei einer Küche in Betonoptik. Da die Problematik mit dem Gewicht wegfällt, lassen sich mit den grauen Küchenfronten so gut wie alle Bodenarten kombinieren. Egal ob Parkett, Dielen, Fließen oder Estrich, Küchen in Betonoptik lassen sich nach Lust und Laune kombinieren, je nachdem, in welche Richtung der Look der Küche gehen soll. Graphisch wird es mit schwarz oder weiß als Bodenfarbe, wärmer mit Holzfußboden und top modern mit Estrich.

Pflege von Beton in der Küche

Handelt es sich um eine Küche in Betonoptik, so muss sie gepflegt werden wie andere Küchen auch. Zur Reinigung sollten dabei nur milde, wasserlösliche Reiniger zum Einsatz kommen und keine aggressiven Substanzen wie Scheuerpulver. Am besten eignet sich ein weiches Tuch, das nicht fusselt. Stahlwolle, Kratzer oder Microfasertücher sind tabu für die Reinigung der Küche. Im Übrigen sollten Verschmutzungen so schnell wie möglich entfernt werden, ebenso wie feuchte oder gar nasse Flächen auf der Arbeitsplatte, den Fronten oder Küchenmöbeln zügig getrocknet werden müssen.

Das alles gilt auch für Küchen mit einer echten Betonfront, nur muss man hier noch vorsichtiger vorgehen, denn echte Betonfronten sind noch empfindlicher, auch wenn die Oberfläche versiegelt wurde. Sprich: Wer seine Küche aus Beton liebt, der reinigt und pflegt sie auch und erfreut sich an dem Patina, das Beton mit der Zeit haben wird.

Preis von Küchen aus Beton

Betonküche mit Edelstahl-Arbeitsplatte. Foto: Eggersmann
Echtbeton im Top-Segment. Foto: Eggersmann

Wie teuer sind eigentlich Fronten, Arbeitsplatten und generell Küchenmöbel aus Beton? Pauschal lässt sich die Frage nach dem Preis leider nicht beantworten. Schon allein, weil die Preise, je nachdem, ob man sich für echten Beton in der Küche oder eben eine Küche in Betonoptik entscheidet, sehr unterschiedlich ausfallen können.

Am Ende entscheiden dazu noch jede Menge anderer Faktoren über die Höhe des Preises – wie die Auswahl der Küchengeräte, die Küchenform, die Größe der Küche, die gewünschte Ausstattung sowie der Planungsaufwand. Was man aber sagen kann: Grundsätzlich sind Küchen mit echtem Beton  meist im gehobenen Segment zu finden und demnach teurer.

Betonküchen kaufen

Fast ausnahmslos können Sie Betonküchen überall dort kaufen, wo Sie auch andere Küchen kaufen können. Insofern ist die Auswahl groß: Ob in Küchenabteilungen großer Möbelhäuser, in Fachmärkten oder beim kleinen Küchenspezialisten – die Wahl des Küchenhändlers hängt mehr von Ihren Erwartungen an Servicequalität und Beratungsintensität ab als von der Frage, ob es eine Küche aus Beton oder in Betonoptik sein soll. Dennoch: Gerade im höherpreisigen Segment – beispielsweise wenn Sie eine echte Betonküche wünschen – ist der Weg zum Küchenspezialisten zu empfehlen, der Sie über die Anforderungen und den Umgang mit einer Betonküche oft detailliert informiert und viel Zeit in die Planung investiert.

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