Hauswirtschaftsraum

Hausarbeit effizient organisiert

Wozu braucht man einen Hauswirtschaftsraum? Hausarbeit kann mühevoll und anstrengend sein – aber auch das genaue Gegenteil davon. Wer sich über die Arbeitsabläufe im Haushalt und mögliche Optimierungsmöglichkeiten im Klaren ist, der gewinnt auch einen Stück Lebensqualität, weil Notwendiges effektiver und leichter erledigt werden kann. Die Einrichtung eines eigenen Hauswirtschaftsraums ist dafür ein wichtiger Schritt. Aber worauf muss man achten? Wo sind die Fallstricke?

Im Lebensalltag vieler Menschen vollzieht sich derzeit ein Wandel. Zeit ist kostbarer denn je. Und gerade die Arbeit im Haushalt soll so schnell und effizient wie möglich erledigt werden. Voraussetzung dafür ist eine intelligente Planung. Ein Hauswirtschaftsraum verbindet eine Menge Vorteile für die tägliche Hausarbeit. Vor allem aber sorgt er für kurze Wege, für Ordnung und dafür, dass alles Wichtige schnell griffbereit ist. Schon allein deshalb lohnt sich die Beschäftigung mit dem Thema Hauswirtschaftsraum.

Hauswirtschaftsraum in L-Form
So schön kann Ordnung sein: Hauswirtschaftsraum in L-Form. Foto: Ballerina

Warum der Hauswirtschaftsraum im Trend liegt

Lange Zeit haben Keller und Waschraum eine wichtige Funktion in Haus oder Wohnung übernommen. Die in den Keller eingeplante Waschküche gehörte bis in die 70er Jahre zum Standard. Heute wird immer seltener eine Unterkellerung des Hauses vorgenommen.

Das hat verschiedene Gründe: Die Kosten spielen dabei oft eine wesentliche Rolle. Denn der Aushub des Bodens, vor allem wenn er steinig oder sandig ist, macht den Hausbau oft deutlich teurer. Dazu brauchen moderne Heizungssysteme viel weniger Platz als früher. Ein kleiner Abstellraum reicht dafür oftmals.

Allerdings ist die Einsparung von Kosten nicht unbedingt mit Nachteilen verbunden. Denn wenn statt eines Kellers ein Hauswirtschaftsraum fest eingeplant wurde, spart man sich bei der täglichen Hausarbeit zum Beispiel den Weg in die dunkle Vorratskammer oder zur Waschmaschine in den Keller. Zudem lässt sich so die Küche, die den Wohnraum mehr und mehr als Zentrum der Kommunikation ablöst, wohnlicher gestalten. Der Hauswirtschaftsraum erlaubt es, dass die Küche ein offenes Design erhält, mit einer Reduktion auf das Wesentliche.

Nicht zuletzt gilt: Gerade wer ein Haus fürs Alter baut, wird am Hauswirtschaftsraum seine Freude haben. Denn Barrierefreiheit ist mit einem Keller nur schwer zu realisieren. Mit einem Hauswirtschaftsraum hat man noch im hohen Alter Zugriff auf alle wichtigen Utensilien des Alltags.

Was genau ist ein Hauswirtschaftsraum?

Viele Menschen verbinden mit dem Begriff Hauswirtschaftsraum eine Art kleine, unattraktive Abstellkammer, ausgestattet mit einer Waschmaschine und einem Trockner, nicht viel größer als 5 qm. Aber ein Hauswirtschaftsraum leistet viel mehr.

Moderne Hauswirtschaftsräume können zwischen 5 und 15 qm groß sein oder sogar noch mehr Platz bieten. Die Größe allein ist aber nicht entscheidend, sondern die geschickte Organisation. Meist befindet sich der Hauswirtschaftsraum in unmittelbarer Nähe zur Küche. Einmal, weil der Hauswirtschafraum Platz für die Lebensmittellagerung bietet, ebenso wie für sperrige Küchengeräte. Zum anderen passt sich das Design der Hauswirtschaftraums häufig der Küche an, denn beide Räume erfüllen vergleichbare Funktionen. Und in beiden Räumen geht es darum, große Geräte geschickt zu integrieren. In der Küche zum Beispiel Herd und Kühlschrank, im Hauswirtschaftsraum Waschmaschine und Trockner.

Kompakt bis unter die Decke: Praktisch organisierter Hauswirtschaftsraum
Bis unter die Decke: Praktisch organisierter Hauswirtschaftsraum. Foto: Nolte Küchen
Hauswirtschaftsraum in U-Form - idealerweise hier mit Fenster zum Lüften. Foto: Nolte Küchen

Was gehört in einen Hauswirtschaftsraum?

Waschmaschine im Hauswirtschaftsraum
Waschmaschine geschickt im Hauswirtschaftsraum untergebracht. Foto: Pronorm
Hauswirtschaftsraum, ausgestattet mit einem Bügelbrett. Foto: Ballerina
Hauswirtschaftsraum, ausgestattet mit einem Bügelbrett. Foto: Ballerina

Neben Waschmaschine und Trockner bietet der moderne Hauswirtschaftraum Platz für Bügelbrett und Bügeleisen, so dass man dort alle Arbeiten, die mit der Wäsche zusammenhängen, erledigen kann. Wäschesammler dienen der Aufbewahrung der Schmutzwäsche. Und selbst ein Nähtisch lässt sich oft ohne große Probleme in den Hauswirtschaftraum integrieren.

Außerdem bietet der Hauswirtschaftsraum Platz für Kleidung, die selten gebraucht wird. Winterjacken, Winterstiefel lassen sich dort im Sommer unterbringen, ebenso wie Outdoor-Equipment im Winter.

Dafür bietet der Hauswirtschaftsraum Platz:

  • Wäsche-Organisation
  • Reinigungs-Equipment
  • Lebensmittelvorräte (inklusive Gefriertruhe)
  • Sperrige Küchengeräte
  • Mülltrennung
  • Werkzeug
  • Deko (zum Beispiel für Weihnachten oder Ostern)

Neben der Organisation von Wäsche und Kleidung erfüllt der Hauswirtschaftsraum mit der Aufbewahrung des gesamten Reinigungs-Equipments eine wichtige Funktion. Reinigungsmittel, Staubsauer, Besen, Wischmop, Putzlappen oder Eimer lassen sich gut in einem Hochschrank verstauen. Ebenso Lebensmittel und Vorräte. Küchenmaschinen, Fondue-Sets oder sonstiges sperriges Küchen-Equipment, der im Hauswirtschaftsraum gelagert wird, entlastet die Küche und macht sie wohnlicher.

Abgesehen von Werkzeug und Deko-Material, das man nur zu bestimmten Anlässen wie Weihnachten oder Ostern benötigt, bietet der Hauswirtschaftsraum Platz für den Müll, der sich dort geschickt und sauber trennen lässt. Pfandflaschen und Altglas, Altpapier und gelber Sack – auch der Müll und recycelbares Material brauchen ihre Ordnung.

Die sechs wichtigsten Anforderungen an einen Hauswirtschaftsraum:

  • Raum: Viel Stauraum auf kleiner Fläche
  • Erreichbarkeit: Staugut muss griffbereit sein
  • Ordnung und Orientierung: Alles hat seinen festen Platz und wird so schnell gefunden
  • Ergonomie: Körpergerechte Planung
  • Design: Die Gestaltung soll den Hauswirtschaftsraum zu einem Raum machen, in dem man sich wohlfühlt
  • Effizienz: Möglichst kurze Arbeitswege

Die Planung eines Hauswirtschaftsraums

Mehr noch als bei der Küche geht es beim Hauswirtschaftsraum darum, den zur Verfügung stehenden Raum maximal auszunutzen. Rationale Hauswirtschaft lautet die Devise. Insofern ist ein durchdachtes Planungskonzept im Vorfeld wichtig. Deckenhohe Schränke nutzen den Platz am effizientesten aus, über eine Sprossenleiter kommt man aber auch dort gut ans Staugut. Hochschränke eignen sich gut für Besen oder Staubsauger. Weichspüler und Waschmittel sind in Auszugsschränken gut untergebracht.

Offene Regale im Hauswirtschaftsraum schaffen einen schnellen Überblick – beispielsweise über den Vorrat an Lebensmitteln. Allerdings haben Regale auch Nachteile: Zum einen fängt sich dort leichter der Staub, zum anderen wirkt ein Raum mit vollgestellten Regalen wesentlich unordentlicher als Schränke mit geschlossenen Fronten. Aber es gibt auch Lösungen, die die Vorteile beider Varianten verbinden, beispielsweise der Apothekerschrank. Geöffnet bietet er Übersicht, kombiniert mit einem großen Volumen, im geschlossenen Zustand vermittelt den Eindruck von Ordnung und Aufgeräumtheit.

Es gibt auch noch andere Elemente, die den Hauswirtschaftsraum aufwerten. Arbeiten wie das Zusammenlegen der Wäsche lassen sich auf einer Arbeitsplatte erledigen. Eine Einbauspüle liefert Wasser zum Händewaschen oder für den Putzeimer. Ausstatten lässt sich der Hauswirtschaftsraum zudem mit Wäscheständer, Kleiderstangen und Getränkekisten.

Neben der geschickten Ausnutzung von Stauraum ist die Platzierung von Waschmaschine und Trockner ein wichtiger Punkt bei der Planung. Hocheingebaute Waschmaschinen erlauben ein leichter, rückenschonender Zugriff auf die Wäsche, ohne umständliches Bücken. Ergonomie ist Trumpf. Im Idealfall befindet sich der Trockner auf gleicher Höhe. Noch platzsparender ist die Verwendung eines Waschtrockners, der zwei Geräte in einem vereint. Tablare in der Nähe von Waschmaschine und Trockner ermöglichen das Abstellen eines Wäschekorbs.
Aber auch in Sachen Gestaltung sollte man beim Hauswirtschaftsraum nicht allzu viele Kompromisse eingehen. Auch wenn der Hauswirtschaftsraum nicht die mittlerweile hohe repräsentative Funktion der Küche hat, so hat er doch optisch weit mehr zu bieten als ein Keller.

Hauswirtschaftsraum mit jeder Menge Stauraum neben und unter der Spüle
Hauswirtschaftsraum mit jeder Menge Stauraum. Foto: Ballerina
Hauswirtschaftsraum mit Besen und Wischer
Hauswirtschaftsraum mit Besen und Wischer. Foto: Bauformat
Hauswirtschaftsraum mit hocheingebauter Waschmaschine und hocheingebautem Trockner
Hauswirtschaftsraum mit hocheingebauter Waschmaschine und hocheingebautem Trockner
Hauswirtschaftsraum mit viel Stauraum
Wäschekörbe elegant und mit leichtem Zugriff in einem Auszugsschrank verstaut. Foto: Ballerina
Hauswirtschaftsraum mit Platz für Putz-Utensilien
Hauswirtschaftsraum mit Platz für Putz-Utensilien, idealerweise untergebracht in einem Hochschrank. Foto: Ballerina

Die Gestaltung eines Hauswirtschaftsraums

Eine gute und angenehme Beleuchtung schafft eine Wohlfühlatmosphäre und erleichtert, beispielsweise beim Bügeln, die Arbeit. Mit der entsprechenden Wandfarbe, vielleicht in einem ruhigen Pastellton oder einem frisch-frechen Gelb, wird der Hauswirtschaft noch gemütlicher. Und wenn die Fronten im Hauswirtschaftsraum zu denen der Küche passen – umso besser, sofort ergibt sich damit ein harmonisch-ausgewogenes Gesamtbild. Grundsätzlich sind helle Farbe oder gar ein klares Weiß dunkleren Farben im Hauswirtschaftsraum vorzuziehen, schon allein, weil Weiß den oft kleinen Hauswirtschaftsraum größer wirken lässt und den Eindruck von Sauberkeit und Hygiene vermittelt.
Verzichten Sie auch im Hauswirtschaftsraum nicht auf Pflanzen, Bildern an der Wand und Vorhänge am Fenster. Ein Hauswirtschaftsraum muss nicht unpersönlicher als ein Büro sein – er gehört ja schließlich genauso zu Ihrem Zuhause wie alle anderen Räume, in denen Sie sich wohlfühlen sollen.

Hauswirtschaftsraum mit Mülltrennung
Ideal für den Hauswirtschaftsraum: Fliesen oder Kunststoffböden. Foto: Ballerina

Die baulichen Voraussetzungen für einen Hauswirtschaftsraum

Soll ein Hauswirtschaftraum mit direktem Zugang zur Küche entstehen, muss das früh vor dem Hausbau geplant werden.

Für die Waschmaschine etwa sind Wasser- und Abwasseranschlüsse notwendig. Ebenso hilft es, wenn ausreichend Steckdosen-Anschlüsse vorhanden sind – beispielsweise für Waschmaschine und Trockner, für das Bügeleisen oder auch für Lampen. Damit kann man auf hässliche und zugleich gefährliche Steckerleisten verzichten.

Die Luftfeuchtigkeit ist im Hauswirtschaftsraum oft höher als in anderen Räumen. Deshalb sollte, wenn möglich, ein Fenster zum Lüften eingeplant werden. Außerdem bieten Fenster bestes Licht, wenn man etwa bügeln will.

Auch aus Gründen der Luftfeuchtigkeit sind Fliesen oder auch ein Kunststoffboden einem Holzboden vorzuziehen. Fliesen etwa vertragen Feuchtigkeit. Hinzu kommt: Fliesen sind reinigungsfreundlich. Und wenn Sie mal etwas von dem manchmal aggressiveren Putzmittel verschütten – kein Problem, auf Fliesen lässt sich so etwas meist leicht und ohne Rückstände entfernen.

Preis für einen Hauswirtschaftsraum

Je nach Größe und Ausstattung können die Preise für einen Hauswirtschaftsraum erheblich schwanken. Ein Hauswirtschaftsraum für 5.000 Euro, inklusive der Geräte, lässt sich durchaus realisieren, für eine gehobene Ausstattung muss man unter Umständen aber etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Investition lohnt sich allerdings auf lange Sicht, vor allem wenn man fürs Alter vorsorgen möchte. Denn in Hinblick auf Barrierefreiheit bietet ein Hauswirtschaftsraum deutliche Vorteile gegenüber einem Keller. Kurze Wege, Ergonomie und eine schnelle Erreichbarkeit sind im Alter wichtiger denn je.

Wer nach besonders günstigen Hauswirtschaftsräumen Ausschau hält, sollte den regelmäßigen Abverkauf der Küchenstudios in Erwägung ziehen. Dort muss man bisweilen nur die Hälfte des Ursprungspreises bezahlen. Sind Umplanungen notwendig, steigt natürlich wieder der Preis. Schauen Sie sich doch einmal unter den aktuellen Angeboten der Küchenstudios in Ihrer Nähe um. Vielleicht ist etwas für Sie dabei.

Schrank für Besen und Staubsauger: So hat alles seinen Platz. Foto: Bauformat
Schrank für Besen und Staubsauger: So hat alles seinen Platz. Foto: Bauformat
Praktisch: Müllbeutelhalter im Hochschrank. Foto: Bauformat
Praktisch: Müllbeutelhalter im Hochschrank. Foto: Bauformat
Gut verstaut: Sperriges Küchen-Equipment. Foto: Ballerina
Gut verstaut: Sperriges Küchen-Equipment. Foto: Ballerina

Vorteile eines Hauswirtschaftsraums auf einen Blick:

  • Keine langen Wege mehr in den Keller oder zur Waschmaschine im Bad
  • Mehr Stauraum in Küchennähe und dafür mehr Platz in der Küche selbst, die dadurch wohnlicher gestaltet werden kann
  • Geringere Kosten beim Hausbau
  • Bessere Lagerbedingungen, da das Staugut für Kälte und Feuchtigkeit geschützt ist
  • Eine Investition fürs Alter - barrierefreie Planung möglich

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