Familienküchen

Komfort für die Großen, Sicherheit für die Kleinen

Nirgendwo spielt die Küche eine so zentrale Rolle im Zusammenleben wie in der Familie. Sie ist der Ort, an dem sich alle treffen. Sei es nun, um zu kochen, Zeitung zu lesen, Hausaufgaben zu machen oder einfach nur, um zu plaudern. Das Leben mit Kindern stellt allerdings besondere Anforderungen an die Küche – vor allem, was Sicherheit, Stauraum und Praktikabilität betrifft. Erfahren Sie hier alles Wichtige zur Familienküche.

Eine Familienküche, was ist das?

Im Allgemeinen versteht man unter Familienküchen solche Küchen, die auf die Ansprüche von Eltern und ihren Kindern zugeschnitten sind. Insbesondere die Sicherheit der Kinder steht bei der Familienküche im Fokus. Denn in kaum einem anderen Raum in der Wohnung oder im Haus herrschen so viele Gefahren. Zusätzlich kommen Aspekte wie eine geschickte Raumausnutzung sowie eine leichte Handhabbarkeit, Ergonomie und eine lange Haltbarkeit bei der Familienküche zum Tragen.

Je nachdem, wie die Familienküche geplant wurde, beispielsweise mit oder ohne Esstisch, erfüllt sie ganz unterschiedliche Funktionen. In Familienküchen können Familienessen stattfinden oder Kindergeburtstage gefeiert oder Kinder bei den Hausaufgaben betreut werden. Oder man nutzt sie, um einfach einen Kaffee mit befreundeten Familien zu trinken.

Vier zentrale Aspekte bei der Planung einer Familienküche:

  • Platzangebot: Stauraum, Übersicht, Bewegungsfreiheit
  • Organisation der Abläufe: Ergonomie
  • Schutz vor starker Beanspruchung: Haltbarkeit
  • Reduktion der Gefahren: Sicherheit
Familienküche mit viel Stauraum. Foto: Ballerina
Gemeinsam mit Kindern kochen: mit einer Kochinsel wird es einfacher. Foto: Ballerina

Fünf Tipps zur Planung einer Familienküche

Die Familienküche ist eine Küche für viele Anlässe und viele Personen. Hilfreich ist es dabei, zum Beispiel auch die Kinder mit in die Planung der Küche einzubeziehen. Zugleich sollte sichergestellt werden, dass, wenn möglich, viele Familienmitglieder gut in der Küche arbeiten können. Damit Sie die gröbsten Fehler bei der Planung vermeiden, haben wir fünf wichtige Tipps zusammengestellt, die Ihnen auf dem Weg zu Ihrer Traumküche helfen.

Tipp 1: Stauraum in der Familienküche

Familienküchen mit Schubläden im Vollauszug. Foto: Ballerina
Stauraum durch Vollauszüge: Mehr Platz für die vielen Dinge in der Familienküche. Foto: Ballerina
Familienkueche kindgerecht. Foto: Ballerina
Schnell griffbereit, ohne langes Suchen: So wird die Küchenarbeit mit Kindern leichter. Foto: Ballerina

Stauraum schafft Platz für Geschirr, Gläser, Besteck, Kochutensilien und Lebensmittel. Was Geschirr, Gläser und Besteck angeht, so ist es oft geschickt, dieses im unteren Bereich der Küche zu verstauen. So können Kinder beispielweise sich auch leicht selbst bedienen oder beim Decken des Tisches helfen. Für die Lagerung der Lebensmittel lohnt es sich, über die Einrichtung eines Hauswirtschaftsraumes nachzudenken, gerade bei der Planung von Küchen in Neubauten. Für Lebensmittel, die kühl gelagert werden müssen, ist die Anschaffung eines extragroßen Kühlschrankes mit einem Volumen von mehr als 200 Litern nicht selten eine sinnvolle Investition.

Grundsätzlich gibt es Küchenformen, die sich gut als Familienküche eignen, und andere, die sich weniger gut dafür eignen. Einfache Küchenzeilen etwa sind selten die passende Wahl für eine Familie. Weit besser ist es, sich für eine U-Küche, G-Küche oder L-Küche zu entscheiden. Sie bieten mehr Stauraum und ermöglichen aufgrund ihres Aufbaus bessere, weil effizientere Laufwege.

Ebenso entscheidend ist aber auch, ob man mit den Oberschränken die komplette Höhe des Raumes ausnutzt. Insbesondere bei kleinen Stadtwohnungen ist dies ein wichtiger Aspekt. Um aber den vorhandenen Raum auch gut nutzen zu können, sind moderne Beschlagslösungen notwendig. So können Apothekerschränke und Eckschränk-Lösungen das Optimum aus dem Gegebenen herausholen, ebenso wie Schubläden mit Vollauszug.

Stauraum ist das A und O in Familienküchen. Nur, wie organisiert man ihn so, dass er auch optimal genutzt werden kann. Viel hängt davon ab, welche Schranktypen sie in Ihre Familienküche integrieren und welche Beschläge.

Tipp 2: Übersicht schaffen

Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Aspekt Übersicht. Herrscht genug Platz und sind die Sichtachsen vom Herd und dem Vorbereitungsbereich gut gewählt, hat man in der Regel auch die Kinder im Blick, wenn sie etwa im Wohnbereich spielen. Viel Übersicht erreicht man beispielsweise durch eine offene Planung, bei der die Grenzen zwischen Wohn-, Ess- und Küchenbereich aufgehoben werden. Ebenso für mehr Übersicht sorgt man mit Inselküchen, die ohnehin meist in offene Planungen integriert werden. Auf KüchenAtlas können Sie sich übrigens im Bereich Musterküchen umfassend informieren, welche Inselküchen gerade vergünstigt angeboten werden.

Hocheingebauter Backofen sorgt für mehr Sicherheit in der Familienküche. Foto: Pino
Wohnzimmer, Kinderzimmer, Küche - alles in einem. Eine offene Planung lässt die Übergänge zwischen den Räumen und ihren klassischen Funktionen verschwimmen. Foto: Pino

Tipp 3: An genug Raum in der Familienküche denken

Für den Fall, dass es mal lebendiger zugeht, spielt die Bewegungsfreiheit eine wichtige Rolle. Damit ist gewährleistet, dass die Abläufe in der Küche auch in turbulenten Situationen sicher, effizient und ergonomisch sind. Küchen, bei denen zwischen den Schränken weniger als 1,20 m Platz ist, lassen in der Regel nur wenig Bewegungsfreiheit zu – zumal, wenn beide Schränke gleichzeitig geöffnet werden. Deshalb ist es bei Familienküchen ratsam, auch den Platz zwischen den Schränken großzügig zu gestalten.

Tipp 4: Abläufe und Ergonomie in die Küchenplanung miteinbeziehen

Ergonomie ist gerade für Familien mit kleinen Kindern ein großes Thema: Wer oft den Nachwuchs heben muss, will seinen Rücken schonen. Apothekerschränke und Vollauszüge leisten dazu einiges, weil man durch sie ohne Bücken oder Strecken bequem ans Staugut kommt. Hinzu kommt, die richtige Höhe der Arbeitsplatte. Idealerweise liegt die rund 10 bis 15 cm unterhalb des Ellbogens.

Aber nicht nur in Sachen Ergonomie sollte sich die Familienküchen ihren Nutzern anpassen, auch die Abläufe müssen gut organisiert werden – also so, dass die Laufwege möglichst kurz sind. Gerade am Morgen, wenn es ums Broteschmieren für die Schulkinder geht, ist eine effiziente Ablauforganisation hilfreich.

Kleiner Ratschlag am Rande: Das gemeinsame Essen hat in der Familie eine wichtige soziale und kommunikative Funktion. Für den Abend bietet ein Esstisch oder eine Essecke den idealen Rahmen dafür. Beim Frühstück am Morgen wird in vielen Familien dagegen die Theke stärker genutzt, weil es dann oft einfach etwas hektischer zugeht. Insofern ist es sinnvoll, sowohl Theke als auch Esstisch bei der Planung der Küche zu berücksichtigen.

Tipp 5: Auf Haltbarkeit und Qualität der gewählten Materialien achten

Familienküche mit robuster Arbeitsplatte. Foto: Ballerina
Matte Fronten wie hier verhindern, dass Fingerabdrücke allzu schnell sichtbar werden. Foto: Ballerina

Fronten und Arbeitsplatten entscheiden maßgeblich über den Look einer Küche. Die Frage, welches Material man für Fronten und Arbeitsplatten verwendet, entscheidet aber auch darüber, wie strapazierfähig eine Küche ist. Gerade bei Familienküchen sollten Materialien verwendet werden, die auch nach 15 oder 20 Jahren, wenn die Kleinen längst groß geworden sind, möglichst makellos aussehen. Außerdem sollte der Pflegeaufwand bei Familienküchen möglichst gering sein. Deswegen bieten sich matte Fronten eher an, weil dort Kratzspuren und Fingerabdrücke in der Regel weniger leicht zu sehen sind.

Aber sehen wir uns mal die Materialien im Einzelnen an. Küchenfronten aus Massivholz etwa sorgen zwar für ein gutes Raumklima. Stöße und Schnitte hinterlassen bei Massivholzfronten aber deutliche Spuren. Furnierfronten können bei Kontakt mit Wasser aufquellen, Lackfronten sind empfindlich gegenüber Kratzern und hinterlassen sichtbare Fingerabdrücke. Folienfronten reagieren empfindlich auf Hitze und säurehaltige Stoffe. Wirklich empfehlenswert für Familien mit kleinen Kindern sind Schichtstofffronten. Die sind meist unempfindlich gegenüber Kratzern und Schnitten und zeichnen sich zudem durch eine hohe Hitzebeständigkeit aus.

In noch stärkerem Maße gilt dies auch für Arbeitsplatten. Auch hier sind Schichtstoffarbeitsplatten oft die erste Wahl, wenn man nach einem widerstandsfähigen Material sucht. Aber auch Kunststein, Mineralwerkstoffe oder Keramik eignen sich gut für Arbeitsplatten, die besonders robust sein sollen. Bei Naturstein hängt es schon stark von der Art des Steines ab, wie empfindlich er ist. Massivholzarbeitsplatten können dagegen aufquellen und hinterlassen bei Schnitten oft deutliche Spuren. Ebenso wenig kratzfest sind Glasarbeitsplatten.

Sicherheit geht vor in der Familienküche

Kinder spielen, entdecken, probieren aus – und haben selten ein Bewusstsein für die Gefahren, die sie umgeben. Dazu sind viele Aktionen von Kindern für Erwachsene schlicht schwer vorhersehbar. Das macht die Küche zu einem Ort, an dem man Kinder besonders schützen muss. Gerade weil sie versucht sind, ihre Eltern nachzuahmen, und damit oft wie selbstverständlich den Herd anschalten, Töpfe über das Kochfeld ziehen oder ein Messer zur Hand nehmen, um damit wie ihre großen Vorbilder etwas zu zerkleinern.

  • Kleiner Ratschlag am Rande: Manchmal hilft es, eine Kinderküche aufzubauen, an der Kinder ihren Spieltrieb ausleben können. Ein besseres Gefühl gewinnt man aber zusätzlich damit, die Küche entsprechend zu sichern.

Backofen und Herd für die Familienküche

Das fängt bei Backofen und Herd an. Eine relativ einfache, dafür effektive Methode, Kinder in einer Familienküche zu schützen, ist ein Herdschutzgitter. Die sind oft nicht teuer und leicht zu montieren. Nicht selten verfügen sie zusätzlich über eine Schalterabdeckung, so dass der Herd von Kinderhänden nicht einfach eingeschaltet werden kann. Ein Herdschutzgitter ist eine sinnvolle Ergänzung der Familienküche. Denn wie schnell kann es passieren, dass man den Herd nicht beaufsichtigt und ein Kind einen Topf mit kochendem Wasser vom Herd zieht. Die Folgen sind dann mitunter schwere Verbrennungen.

Ebenfalls ein Stück weit sicherer werden Küchen mit Induktionskochfeldern. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Cerankochfeldern besteht bei ihnen eine geringe Verbrennungsgefahr. Denn sie erzeugen nur Wärme, wenn Topf oder Pfanne sich auf dem Kochfeld befinden.

Backöfen hoch einzubauen fördert nicht nur die Ergonomie, sondern verhindert auch, dass kleine Kinder mit dem Backofen in Kontakt kommen. Gerade wenn man beispielsweise die heißen Plätzchen oder den duftenden Kuchen aus dem Ofen holt, kommen Kinder dem heißen Backofen oft gefährlich nahe. Ebenfalls achten sollte man auf eine Mehrfachverglasung der Backofentür, so dass diese nicht heiß wird.

Offene Planung für eine Familienküche. Foto: Nobilia
Hocheingebaute Backöfen sorgen für ein zusätzliches Plus an Sicherheit. Foto: Nobilia

Sicherheitsaspekte in der Organisation der Familienküche

Sicherheit in der Küche heißt aber noch viel mehr. Küchengeräte, Fritteusen und Wasserkocher sollten so aufbewahrt werden, dass Kinder sie nicht erreichen oder gar ausprobieren wollen – im Idealfall finden sie ihren Platz im Oberschrank. Putzmittel, die gefährliche Tenside und Alkalien enthalten, sollten, sofern sie sich überhaupt in der Küche befinden, weit weg von Kinderhänden untergebracht werden. Auch eine Sicherung des Kühlschrankes kann unter Umständen notwendig sein.

Zusätzliche Sicherheit lässt sich durch die Wahl der richtigen Schubladen erreichen. Schubläden, die über einen Softclose-Einzug verfügen, verhindern, dass Kinder sich die Finger einzwängen, selbst wenn sie die Schubläden mit Schwung schließen wollen. Mindestens sollte man bei Schubläden darauf achten, dass man sie nicht einfach herausziehen kann.

Küchenfronten und Küchenmöbel mit geringer Schadstoffbelastung

Was das verbaute Material einer Küche angeht, erreicht man ein Plus an Sicherheit, wenn man darauf achtet, dass die Möbel eine möglichst geringe Menge Formaldehyd ausströmen. Entsprechende Zertifikate oder Siegel können darüber Aufschluss geben, wie sicher die Möbel sind. Allerdings sind die europäischen Richtlinien, was das Austreten von Formaldehyd bei Möbeln betrifft, mittlerweile so streng, dass in dieser Hinsicht kaum noch Bedenken bestehen müssen.

Eine entscheidende Frage bei der Planung der Familienküche: Offene oder geschlossene Küche

Familienküche mit offener Planung. Foto: Neue Alno
Offene Planungen mit fließendem Übergang zum Wohnraum: Ideal, wenn man Kinder beim Kochen im Blick haben will. Foto: Neue Alno

Unabhängig von der Frage, ob genug Stauraum, Übersicht und Bewegungsfreiheit vorhanden ist, muss bei der Planung geklärt werden, ob es eine offene oder geschlossene Küche werden soll. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorteile. Für Familien bieten sich offene Küchen deshalb an, weil man damit die Kleinen während des Kochens auch im Wohnbereich gut im Blick hat. Geschlossene Küchen dagegen lassen sich nach dem Kochen einfach abschließen. So kommen Kinder gar nichts erst in Versuchung, Elektrogeräte anzustellen oder gefährliche Küchengeräte zum Spielen zu nutzen.

Familienküchen kaufen

Wer eine Familienküche kaufen will, dem ist eine intensive Beratung, beispielsweise bei einem Küchenspezialisten, zu empfehlen. Gerade weil eine Familienküche in den selteneren Fällen eine 08/15-Küche ist, sondern auf die jeweiligen Anforderungen der Familie zugeschnitten werden muss, sollte man sich Zeit nehmen und einen echten Profi zu Rate ziehen.

Bei Küchenverkäufern, die mit Rabatten oder ungewöhnlichen Preismodellen ihre Kunden locken wollen, ist Vorsicht angebracht. Gerade, wenn man eine gut geplante Familienküche will, sollte der Preis nicht das entscheidende Kaufkriterium sein. Was nicht heißt, dass eine Familienküche per se teuer werden muss, denn gerade in einem intensiven Beratungsgespräch lassen sich Budget und Anforderung gut in Einklang bringen.

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