Nachhaltige Küche

Nachhaltige Aspekte der Einbauküche

Für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Lebensstil zählt nicht nur, was auf den Teller kommt. Umweltbewusstsein, Müllvermeidung und ein schonender Umgang mit Ressourcen werden in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger. Auch unser Zuhause bestimmt unseren ökologischen Fußabdruck. Im Folgenden widmen wir uns der Frage, wie Sie das Thema Nachhaltigkeit in der Küche umsetzen können, wie Sie eine nachhaltige Küche erkennen und wer nachhaltige Küchen herstellt.

Nachhaltige Produktion von Küchenmöbeln

Ganz entscheidend bei der Frage, ob eine Küche nachhaltig ist, ist die Frage der Produktion. Es geht hier nicht um Ihr Verhalten, sondern um den Weg, den die Küche genommen hat. Und zwar von Anfang bis Ende.

BEISPIEL: Beim Küchenhersteller Häcker kommen 50% der Lieferpartner  aus einem Umkreis von 50 Kilometern und LKW-Auflieger gehen europaweit zunehmend auf die Schiene.

Mittlerweile gibt es einige Küchenhersteller, die klimaneutral produzieren.

Küche im Landhausstil im Farbton Eukalyptus Grün

Die ganze Produktion muss unter die Lupe genommen werden:

  • Investiert der Küchenhersteller in Aufforstung?
  • Ist das Holz mit dem Siegel „Blauer Engel“ gekennzeichnet?
  • Sind die Lacke wasserbasierend und ohne Schadstoffe?
  • Liegt die Formaldehyd-Emission unter dem Grenzwert von 0,1 ppm (ml/m3)?

Wahl einer nachhaltigen Arbeitsplatte

Als nachhaltige Arbeitsplatte gilt die Holzarbeitsplatte.

WICHTIG: Keramik ist ein nachhaltiges Material.

Arbeitsplatten aus Keramik bestehen aus natürlichen Rohstoffen und sind sehr langlebig. Zu den Keramikarbeitsplatten gehören auch die Arbeitsflächen aus Dekton.

Nachhaltige Silestone Arbeitsplatten von Cosentino

Auch die Arbeitsplatten der Silestone Kollektionen Sunlit Days und Ethereal werden CO2-neutral hergestellt. So bringen Sie nachhaltig Farbe in Ihre Küche.

Hendrik Willems von Cosentino

Hendrik Willems Regional Director Germany & BeNeLux Cosentino

Expertenwissen

Cosentino produziert Dekton Arbeitsplatten mit über 60 % weniger CO2-Emissionen

Wie es Cosentino gelungen ist, noch nachhaltiger zu werden, verrät Ihnen Hendrik Willems:

„Wir unterstützen das Prinzip der zirkulären Wirtschaft (Rohstoffe werden wiederverwertet). Unser Strom stammt zu 100 % aus zertifiziert erneuerbaren Quellen. 99 % unseres Wassers wird wiederaufbereitet. Zudem haben wir den Anteil an Recycling-Materialien in unserer Produktion deutlich erhöht.

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Wir ziehen regelmäßig Bilanz. 2016 haben wir die erste Environmental Product Declaration (= Umweltdeklaration), kurz EPD, für Dekton erhalten. Wie die Dekton-EPD 2022 im Vergleich zu 2016 zeigt, haben wir die CO2-Emissionen um 60,1 % reduzieren können. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe ging um 31,1 Prozent zurück und das Ozon-Abbaupotenzial sank um 99,5 %.“

GUT ZU WISSEN:  Arbeitsplatten aus Naturstein sind eine nachhaltige Lösung für die Küche. Es gibt sogar Platten, die zum Teil aus recycelten Natursteinarbeitsplatten bestehen.

STRASSER Steine entwickelt 100 % nachhaltige Küchenarbeitsplatte

Mit der Steinarbeitsplatte Alpinova stellt STRASSER eine noch nie da gewesene Innovation vor: Sie ist zu 100 % recycelbar dank Re-Stoning. Was das ist, lesen Sie hier.

Nachhaltige Küchenspülen und Armaturen

Auch bei der Wahl Ihrer Küchenspüle und der Armatur können Sie auf ein ressourcenschonendes Material sowie auf eine nachhaltige Produktion achten. Auf natürlichen Rohstoffen basieren Keramik- und Granitspülen. Allerdings müssen Sie hier auf die Zusammensetzung der Werkstoffe achten. Reine Granitspülen gibt es eigentlich nicht, in der Regel bestehen diese zum Großteil aus dem natürlichen Material Quarz.

Schock nachhaltige Spüle
Bild: Schock
Küchenspüle in Keramikfarbe Fango
Bild: Systemceram

Besonders nachhaltige Quarzkomposit-Spülen stellt zum Beispiel Schock her. Der Spülen- und Armaturenhersteller setzt zudem – ebenso wie etwa Systemceram – auf regionale Rohstoffe. Schock produziert außerdem klimaneutral.

Die Holzküche – unschlagbar ökologisch?

Spitzenreiter bei den natürlichen Materialien für die Küche ist neben Naturstein, der insbesondere bei der Arbeitsplatte zum Einsatz kommt, natürlich Holz. Der Rohstoff mit den angenehmen Eigenschaften wird ebenfalls gerne zu Arbeitsplatten verarbeitet, bildet aber auch häufig den Hauptbestandteil von Korpus und Fronten der Natur-Küche. Auch wenn der natürliche Rohstoff Holz als nachhaltig und ökologisch gilt, trifft das nicht automatisch auf eine Holzküche zu.

Aber wann ist eine Holzküche ökologisch? Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

  • Küche aus Vollholz oder aus nachweislich schadstofffreien Holzwerkstoffen
  • Holz aus heimischen Wäldern mit nachhaltiger Bewirtschaftung
  • schadstofffreies Holz
  • keine Verwendung von Lacken (besseres Raumklima)
  • Umweltsiegel als Nachweis für Schadstofffreiheit und Nachhaltigkeit (ÖkoControl, PEFC- und FSC-Siegel)
Holzküche von Beckermann mit Servierwagen
Bild: Beckermann Küchen
Rustikale Echtholz Küche
Bild: Rotpunkt Küchen

Nachhaltige Alternative: Küchenfronten aus Linoleum

Linoleum eignet sich als Dekorschicht von nachhaltigen Küchenfronten, da es ausschließlich aus natürlichen Materialien besteht.

Dazu zählen:

  • Leinöl
  • Naturharze
  • Holzmehl
  • natürliche Farbpigmente
Grüne Küche von Sachsenküchen mit Linoleumfront
Foto: Sachsenküchen
Uwe Pfister, Geschäftsführer von Pfister Möbelwerkstatt

Uwe Pfister Geschäftsführer Pfister Möbelwerkstatt GdbR

Expertenwissen

„Fingerabdrücke sind auf Linoleumfronten (fast) nicht sichtbar“

Einer der Gründe, warum Sie beim Kauf einer Küche auch an Linoleumfronten denken sollten. Weitere nennt Ihnen Herr Pfister von Pfister Möbelwerkstatt:

Was macht Linoleum zum idealen Material für die nachhaltige Küche und worauf ist beim Küchenkauf zu achten?

Linoleum ist schon wegen seiner Bestandteile ein nachhaltiges Produkt. Zudem überzeugt Linoleum mit seiner langen Lebensdauer. Letztendlich kann es nach seinem langen Einsatz recht einfach entsorgt werden, ist sogar biologisch abbaubar.

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Wir empfehlen beim Küchenkauf darauf zu achten, was als Träger für die Linoleumschichten verwendet wird. Wir verwenden für den Kern der Linoleumplatten Holz. Die gleiche Holzsorte, aus der alle anderen sichtbaren Holzteile der Küche gefertigt werden.“

Warum sollte sich der Küchenkäufer für eine Küche mit Linoleum entscheiden?

Da gibt es noch einige gute Argumente für Linoleum in der Küche wie zum Beispiel die natürliche antibakterielle Wirkung. Linoleum ist dauerhaft antistatisch und dadurch leicht zu reinigen. Auf Linoleum sind so gut wie keine Fingerabdrücke zu sehen. Gerade dem Trend der grifflosen Küchen kommt das sehr entgegen. Dabei zeichnet sich Linoleum mit seiner weichen, angenehm warmen Haptik aus.“

Linoleum ist für Natur und Gesundheit unbedenklich, so dass Linoleum sogar kompostierbar ist. Es beinhaltet keine Giftstoffe, Rückstände von Schwermetallen oder Weichmacher. Ökologisch hergestelltes Linoleum enthält darüber hinaus Holzmehl ohne Tropenholz. Lassen Sie sich also nicht vom Linoleumgeruch verunsichern. Dieser wird durch natürliches Leinöl verursacht.

TIPP: Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Linoleumfront auf Umweltsiegel wie den Blauen Engel. So können Sie ganz sicher sein, dass es sich um ein umweltfreundliches Material handelt.

Ähnlich wie Holz ist Linoleum also ein natürliches Material mit ganz eigener Haptik. Es fühlt sich weich und warm an und harmoniert aufgrund seiner matten Optik gut mit Oberflächen aus Holz.

Schadstoffe in Küchenmöbeln: Kein Risiko mit „Made in Germany“

Vorab wichtig ist, dass Sie bei der Wahl Ihrer Küchenmöbel auf Qualität setzen. Denn so haben Sie schlichtweg länger etwas von Ihrer Einbauküche und schonen damit Ressourcen, die für eine neue Küche beziehungsweise den Austausch Ihrer Küche nötig wären. Aus Gründen der Wohngesundheit empfiehlt sich ein Blick auf die Schadstoffemission der Küchenmöbel. Aber was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?

WICHTIG:  Schadstoffe in der Küche schaden nicht nur Ihrer Gesundheit, sondern können sich auch in der Umwelt verbreiten.

In erster Linie geht es bei Küchenmöbeln um Formaldehyd. Aber auch um Styrol und andere Binde- und Lösungsmittel, die bei der Herstellung der meisten Span- und Faserplatten zum Einsatz kommen.

  • In Deutschland gilt beim Formaldehyd der Standard E1. Grenzwert ist dabei eine Formaldehyd-Emission von 0,1 ppm (ml/m3).

Insgesamt gibt es drei Emissionsklassen E1 bis E3. Holzwerkstoffe, die in die Klasse E1 eingruppiert wurden, zeichnen sich durch die geringste Schadstoffabgabe und gelten als unbedenklich.

Immer niedrigere Richtwerte wirken sich aus dem Ausland auf die Küchenbranche aus. Der extrem strenge Standard im Toxic Substance Control Act (TSCA) der USA fordert eine entsprechende Kennzeichnung aller Einzelteile holzbasierter Möbel wie Span-, Sperrholz- und sonstiger Holzverbundplatten. Auch in Frankreich ist der Grenzwert geringer. Um zu exportieren, sind die deutschen Küchenhersteller also gezwungen, den Standard E1 deutlich zu unterbieten.

WICHTIG: Ganz ohne Formaldehyd geht es nicht, denn der Stoff kommt bereits im Baum in geringer Menge vor.

Gesunde Küche in Abgrenzung zur nachhaltigen Küche

Abzugrenzen von der nachhaltigen Küche ist die gesunde Küche, bei der es vor allem um die Innenraumluft geht. Denn gesunde Luft ist keine Selbstverständlichkeit. Alle großen Flächen, die uns im Innenraum umgeben, können die Luft verunreinigen und der Grund für Schadstoffe in der Luft sein.

WICHTIG: Produkte ohne Schadstoffe gibt es nicht.

Aber gesunde Produkte dienen auch dem Umweltschutz, so dass die nachhaltige Küche wie die gesunde Küche zum Umweltschutz beiträgt.

Was genau ist unter der „grünen“ oder „nachhaltigen“ Küche zu verstehen?

Die „grüne“ Küche wird auch als nachhaltige Küche bezeichnet und ist ein ganzheitliches Konzept .

Die nachhaltige Küche besteht aus fünf Teilen:

  • Umweltschonend hergestellte Möbel
  • Energieeffiziente und smarte Elektrogeräte
  • Ökostrom-Versorgung
  • Korrekte Mülltrennung
  • Allgemeines Bewusstsein für Sparsamkeit

Wer um Nachhaltigkeit bemüht ist, sollte diese Punkte in seiner Küche umsetzen. Und mit sorgfältiger Mülltrennung und damit gut durchdachten Mülltrennungssystemen die Umwelt schonen. Nur mit umweltschonend hergestellten Küchenmöbel ist es also nicht getan.

TIPP: Mit energieeffizienten Küchengeräten können Sie viel Strom und damit Ressourcen sparen.

Sparsame Küchengeräte

Bei welchen Küchengeräten es sich für Sie besonders lohnt, zu einem neuen Modell zu wechseln. Und woran Sie sparsame Haushaltsgeräte erkennen, lesen Sie hier.

Fragen Sie Ihr lokales Küchenstudio nach nachhaltigen Küchen.

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