Reinigungshilfen bei Backöfen

Mit Pyrolyse und Co. den Backofen leichter reinigen

Insbesondere bei häufigem Gebrauch kommt es schnell zu Verschmutzungen im Backofeninnenraum. Die Reinigung von Hand ist zeitaufwendig und führt aufgrund hartnäckiger Verkrustungen oftmals nicht zum gewünschten Ergebnis. Eingebaute Reinigungshilfen wie die Pyrolyse Selbstreinigungsfunktion übernehmen diese Aufgabe. Sie sparen Zeit und können Ihren Backofen auf Knopfdruck reinigen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die verfügbaren Methoden zur Selbstreinigung plus weitere Ausstattungsdetails, die die Backofenreinigung erleichtern vor.

Praktische Methoden zur Selbstreinigung von Backöfen

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Verfahren, wie Backöfen sich selbst reinigen können.

  • Pyrolyse
  • Katalyse
  • Hydrolyse

Pyrolyse ist mit Abstand am teuersten. Während die Hydrolyse nur leichte Verschmutzungen im Backofen entfernt, dafür aber die günstigste Reinigungshilfe bei Backöfen ist:

Pyrolyse – Die komfortable Selbstreinigungsfunktion für Premium-Backöfen

Der chemische Begriff Pyrolyse bezeichnet im Allgemeinen die Auflösung von Rückständen unter Hitzeeinwirkung. Auf dem Markt wird die Pyrolyse-Funktion auch unter anderen Namen gehandelt. So nennt Siemens diese Funktion beispielsweise activeClean.

Funktionsweise der Pyrolyse

Sie starten die Pyrolyse-Automatikfunktion und verschließen den Backofen. Der Innenraum des Ofens erhitzt sich auf bis zu 500 °C, die Verschmutzung im Inneren verschwelt zu Asche. Dieser Vorgang dauert bis zu drei Stunden.

Einbaubackofen mit Pyrolyse
Sauberer Garraum dank Pyrolyse. Bild: Miele

NICHT VERGESSEN: Achten Sie vor der Pyrolyse darauf, dass sich im Ofen nur pyrolysefeste Ausstattung befindet.

Ein pyrolysefähiges Küchengerät verfügt oft über verschiedene Reinigungsstufen, so dass Sie die Reinigungsstärke individuell anpassen können. Dabei gilt: Je stärker die Verschmutzung, desto höher sollten Sie die Reinigungsstufe wählen und desto länger dauert die Selbstreinigung.

Vorteile

  • Sehr effektiv (auch bei starken Verschmutzungen und Eingebranntem)
  • Nur Asche rauswischen statt lästiges Schrubben
  • Keine Reinigungsmittel nötig
  • Zeitersparnis durch erleichterte Reinigung

Nachteile

  • Teuerste Reinigungshilfe
  • Rauch- und Geruchsentwicklung möglich
  • Verbrennungsgefahr am Backofen
  • Hoher Energieverbrauch
  • Separate Reinigung von Blechen
  • Lange Dauer der Reinigungsfunktion

Fettspritzer im Backofen schnell per Katalyse beseitigen

Bei der Katalyse handelt es sich um einen chemischen Umwandlungsprozess. Die Reinigung via Katalyse setzt eine spezielle Oberflächenbeschichtung in Backofen oder Herd voraus, die dafür sorgt, dass sich Fettverschmutzungen zersetzen. Bei vielen Backöfen mit dieser Reinigungshilfe ist einzig die Backofen-Rückwand mit katalytisch beschichteter Emaille verkleidet. Eine Nachrüstung mit Katalyse-Zubehör ist ebenfalls möglich. Je nach Hersteller verbirgt sich die Katalyse-Ausstattung hinter Begrifflichkeiten wie EcoClean bei Bosch oder „selbstreinigende Katalyseemaille“ bei Miele.

Backofen mit Katalyse Reinigungshilfe
Leichte Backofen-Reinigung dank Katalyse Reinigungshilfe. Bild: Siemens Hausgeräte
Backofen mit Katalyse-Emaille
Rückwand mit Katalyse-Emaille. Bild: Bosch

Funktionsweise der Katalyse

Die selbstreinigenden Flächen im Garraum weisen eine grobporige Keramik-Oberfläche auf, welche Fett in sich aufnimmt (Löschblatteffekt). Die poröse Beschaffenheit bewirkt eine Vergrößerung der Oberfläche, an der Fettspritzer zu Kohlenstoffdioxid und Wasser verbrannt werden. Kommen Hitze und Sauerstoff ins Spiel, sorgen sogenannte „Katalysatoren“ dafür, dass sich Fettspritzer quasi auflösen. Dies geschieht dann beim nächsten Backprozess automatisch. Bereits vergleichsweise niedrige Temperaturen setzen diesen Prozess in Gang

GUT ZU WISSEN: Die beste Reinigungswirkung bei Katalyse entsteht ab 200 °C.

Vorteile

  • Günstiger als Pyrolyse
  • Automatische Reinigung bei Betrieb (kein separates Programm)
  • Keine extreme Hitze nötig (= kein Qualm)
  • Kein zusätzlicher Energieverbrauch

Nachteile

  • Entfernt nur Fettspritzer, keine Eiweiß- und Zuckerrückstände
  • Nachreinigen von Hand nötig
  • Beschichtung verschleißt schnell (regelmäßiger Austausch nötig)

Backofenreinigung mit Wasserdampf dank hydrolytische Reinigungshilfe

Hydrolyse, unter anderem EasyClean bei Neff oder AquaClean bei Gorenje genannt, beruht auf der Wirkung von Wasserdampf und Hitze. Wasserdampf weicht Verschmutzungen auf. Abhängig vom Hersteller müssen Sie beispielsweise 0,5 l Wasser und etwas Spülmittel auf den Backofenboden geben, bevor Sie die Reinigungshilfe starten.

ACHTUNG: Mithilfe der Hydrolyse lassen sich nur leichte Verunreinigungen im Backofen entfernen.

Backofen Reinigung mittels Hydrolyse
Bild: AMK

Vorteile

  • Günstigste Reinigungshilfe
  • Umweltschonende Reinigung mit Wasserdampf
  • Geringe Hitze ausreichend
  • Niedriger Energieverbrauch
  • Schnell

Nachteile

  • Entfernt nur leichte Verschmutzungen wie Teigspritzer
  • Zugabe von Wasser und Spülmittel erforderlich
  • Auswischen nach Programmende nötig
  • Korrosion (Rostbildung) bei nicht ausreichender Trocknung

Ausstattungsmerkmale beim Backofen für einen dauerhaft sauberen Garraum

Damit es gar nicht erst zu starken Verschmutzungen kommt, haben Haushaltsgerätehersteller die Ausstattung der Backöfen optimiert. Egal, ob der Backofen eine Reinigungsfunktion hat oder nicht, bestimmte Ausstattungsmerkmale können den Reinigungsaufwand deutlich reduzieren.

Pflegeleicht sind Backöfen mit:

  • Antihaftbeschichtungen
  • Fettfilter und Geruchskatalysator

Antihaftbeschichtungen zur Vermeidung von Rückständen im Backofen

Backofen Garraum mit Emaille
Backofen Innenraum mit pflegeleichter Beschichtung. Bild: Bosch

An „herkömmlichen“ Emaillierungen können sich aufgrund von feinsten Unebenheiten schnell Schmutzrückstände ablagern. Daher wurden verschiedene Emaille-Varianten entwickelt, welche die Reinigung erheblich erleichtern.

Ein bestimmtes Herstellungsverfahren verleiht derartigen Beschichtungen ihre extrem glatte und ebene Oberfläche, an der Essensreste oder Spritzer ähnlich dem „Lotus-Effekt“ keinen Halt finden. Darüber hinaus ermöglicht die glatte Beschichtung Lichtspiegelungen und sorgt so für mehr Helligkeit im Garraum.

TIPP: Wählen Sie einen Backofen mit Innenwänden, der mit Glatt-Emaille beziehungsweise Glanz-Emaille ausgekleidet sind, um den Pflegeaufwand Ihres Backofens überschaubar zu halten.

Diese Antihaftbeschichtungen werden bei den einzelnen Hausgeräteherstellern unter verschiedenen Namen geführt:

  • TitanEmail
  • titanGlanz
  • PerfectClean
  • Longclean
  • ÖkoEmail

Zumeist wird auch Zubehör für den Backofen wie Backbleche oder Back- und Bratroste mit Spezialemaille angeboten.

GUT ZU WISSEN: Als besonders widerstandsfähig gilt beispielsweise die sogenannte Granit-Emaille.

Die samtig glänzende Oberflächenversiegelung soll nicht nur leicht zu reinigen, sondern auch weniger empfindlich gegenüber Schlag- und Kratzeinwirkungen sein.

TIPP: Reinigen Sie Antihaftbeschichtungen nur mit schonenden Reinigungsmitteln und weichen Tüchern, da die Beschichtungen recht empfindlich sein können.

Fett- und Geruchsfilter für einen sauberen Backofen

Fettfilter schützen den Backofenventilator beim Bratvorgang vor Fettspritzern. Das Zubehör können Sie bei Bedarf an der Backofenrückwand einhängen. Der Fettfilter ähnelt einem Gewebe. Sie sollten ihn regelmäßig von Rückständen befreien.

Hühnchen im Backofen Garraum mit Ökotherm Filter
Garraum mit ökotherm Filter. Bild: Küppersbusch

Ein Plus an Sauberkeit erreichen Sie mit einem integrierten Filtersystem im Backofen, das den Backdunst filtert, einem sogenannten Katalysator. Dieser verhindert, dass sich der Dunst aus dem Backofen samt Fetten und Gerüchen verteilt.

Das funktioniert so: Backofenkatalysatoren wie Küppersbusch ökotherm saugen die Bratenluft an und wandeln dann Fette und Geruchspartikel in Wasserdampf und geruchneutrale Stoffe um. So bleibt nicht nur der Garraum, sondern auch die Luft in der Küche rein.

FAZIT: Ein selbstreinigender Backofen macht Ihnen das Leben leichter

Wenn Sie sich einen Gefallen tun möchten, dann sollten Sie in einen Backofen mit Reinigungsfunktion investieren. Zumindest eine hochwertige Garraum Beschichtung ist Pflicht, wenn die Reinigung mühelos sein soll. Aber muss es ein teurer Pyrolyse Backofen sein? Nicht unbedingt. Das kommt darauf an, wie häufig und intensiv Sie den Backofen nutzen. Für jeden, der viel backt, lohnt sich der Kauf durchaus. Pyrolyse ist die effektivste Methode zur Selbstreinigung und entfernt sogar hartnäckige, zuckerhaltige Teigreste. Wer eine schnelle und praktischen Methode wünscht, ist mit einem Katalyse Backofen gut beraten. Zwar entfernt die Katalyse nur Fettrückstände, die beschichteten Flächen im Garraum reinigen sich aber bei jedem Gebrauch automatisch. Besonders ökologisch ist die hydrolytische Reinigung. Mit Wasserdampf lassen sich jedoch keine starken Verkrustungen beseitigen.

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