Alle Reinigungshilfen und Reinigungssysteme im Überblick

Insbesondere bei häufigem Gebrauch kommt es schnell zu Verschmutzungen im Backofeninnenraum. Die Reinigung von Hand wäre zeitaufwendig und führt aufgrund hartnäckiger Verkrustungen oftmals nicht zum gewünschten Ergebnis. Dank cleverer Programme und pflegeleichter Materialien gehört lästiges Schrubben schon lange der Vergangenheit an. Für eine dauerhaft klare Sicht in den Garraum, sollte generell darauf geachtet werden, dass das Haushaltsgerät mit einer pflegeleichten Vollglas-Innentür ausgestattet ist.

Aber welche Reinigungshilfen und Reinigungssysteme gibt es, wie funktionieren sie und was gibt es zu beachten?

Pflegeleichte Email-Beschichtungen:

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Backofen Innenraum mit pflegeleichter Beschichtung

Der aus Stahlblech bzw. Edelstahl gefertigte Garinnenraum von Backöfen und Herden wird in der Regel emailliert, also mit einer glasähnlichen Beschichtung versiegelt. An „herkömmlichen“ Emaillierungen können sich aufgrund von feinsten Unebenheiten schnell Schmutzrückstände ablagern. Daher wurden verschiedene Email-Varianten entwickelt, welche die Reinigung erheblich erleichtern.

Wer großen Wert auf einen geringen Pflegeaufwand legt, sollte sich den Kauf eines Geräts überlegen, dessen Innenwände mit Glatt-Email bzw. Glanz-Email ausgekleidet sind. Ein bestimmtes Herstellungsverfahren verleiht derartigen Beschichtungen ihre extrem glatte und ebene Oberfläche, an der Essensreste oder Spritzer ähnlich dem „Lotus-Effekt“ keinen Halt finden. Darüber hinaus ermöglicht die glatte Beschichtung Lichtspiegelungen und sorgt so für mehr Helligkeit im Garraum. Diese Antihaftbeschichtungen werden bei den Herstellern unter verschiedenen Namen wie „TitanEmail“, „titanGlanz“, „PerfectClean“ oder „Longclean“ geführt. Zumeist werden auch Zubehör wie Backbleche oder Back-bzw. Bratroste mit Spezialemail angeboten.

Als besonders widerstandsfähig gilt beispielsweise das sogenannte Granit-Email. Die samtig glänzende Oberflächenversiegelung soll nicht nur leicht zu reinigen, sondern auch weniger empfindlich gegenüber Schlag- und Kratzeinwirkungen sein. Generell sollten derartige Beschichtungen aber nur mit schonenden Reinigungsmitteln und weichen Tüchern gereinigt werden, da sie recht empfindlich sein können.

Leichte Reinigung durch Katalyse:

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Leichte Backofen-Reinigung dank Katalyse Reinigungshilfe

Bei der Katalyse handelt es sich um einen chemischen Umwandlungsprozess bzw. eine praktische Reinigungshilfe für Backofen und Herd, die eine spezielle Oberflächenbeschichtung voraussetzt.

Bei vielen Geräten mit dieser Reinigungshilfe ist einzig die Backofen-Rückwand mit katalytisch beschichteter Emaille verkleidet, die dafür sorgt, dass sich Fettverschmutzungen zersetzen. Aber auch Öfen mit Vollausstattung sind erhältlich und eine Nachrüstung mit Katalyse-Zubehör ist ebenfalls möglich. Je nach Hersteller verbirgt sich die Katalyse-Ausstattung hinter Begrifflichkeiten wie „EcoClean“ oder „selbstreinigendes Katalyseemail“.

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Rückwand mit Katalyse-Email

Diese Beschichtungen weisen eine raue grobporige Keramik-Oberfläche auf, welche das Fett in sich aufnimmt (Löschblatteffekt). Die poröse Beschaffenheit bewirkt dabei eine Vergrößerung der Oberfläche, an der Fettspritzer zu Kohlenstoffdioxid und Wasser verbrannt werden. Kommt Hitze und Sauerstoff ins Spiel, lassen sogenannte „Katalysatoren“ vorhandene Fettspritzer oxidieren. Dies geschieht dann beim nächsten Backprozess automatisch. Bereits „niedrige“ Temperaturen setzen diesen Prozess in Gang, die beste Reinigungswirkung entsteht aber erst ab 200 °C.

Dieses praktische Verfahren vereinfacht die Reinigung um ein Vielfaches, ist aber „nur“ eine Reinigungshilfe, die in ihrer Reinigungseffektivität nicht mit der pyrolytischen Selbstreinigungsfunktion vergleichbar ist. Ausschließlich fetthaltige Rückstände können auf diese Weise entfernt werden. Zudem nutzen sich die Beschichtungen oft mit der Zeit ab und müssen ausgetauscht werden.

Pyrolyse – das komfortable Selbstreinigungssystem:

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Backöfen mit Pyrolyse lassen sich selbst von stärkeren Verunreinigungen leicht befreien. Bild: Miele

Der chemische Begriff „Pyrolyse“ bezeichnet im Allgemeinen die Auflösung von Stoffen unter Hitzeeinwirkung. Backöfen und Herde können dank pyrolytischer Selbstreinigung effektiv von Verunreinigungen befreit werden. Auf dem Markt wird die Pyrolyse-Funktion auch unter Namen wie „activeClean“ oder „Pyroluxe®Plus“ gehandelt.

Nach Aktivierung der Automatikfunktion und dem Verschließen der Backofentür erhitzt sich der Innenraum auf bis zu 500 °C und der Schmutz hat keine Chance. Er verschwelt zu Asche, die sich später einfach herauswischen lässt. Ein pyrolysefähiges Gerät verfügt oft über verschiedene Reinigungsprogramme, sodass die Reinigungsstärke individuell angepasst werden kann. Zudem sind bereits Küchengeräte mit einem bestimmten Sensor erhältlich, der den Verschmutzungsgrad des Garraums erkennt.

Anders als bei der Katalyse können nicht nur Fette, sondern beispielsweise auch eiweiß- oder stärkehaltige Back-, Brat oder Grill-Rückstände und sogar Eingebranntes entfernt werden.

Allerdings kann der automatische Pyrolyseprozess bis zu drei Stunden dauern und geht mit einem erhöhten Stromverbrauch einher. Vor dem Starten der Anwendung ist darauf zu achten, dass sich im selbstreinigenden Backofen keine herausnehmbaren Teile wie Einschubgitter befinden. Ausschließlich pyrolysefeste Ausstattung kann im Innenraum verbleiben.

Hydrolytische Reinigungshilfe:

Das Hydrolyse-Verfahren, u.a. „AquaClean“ oder „EasyClean“-Funktion genannt, beruht auf der Wirkung von Wasserdampf und Hitze. Wasserdampf löst Verschmutzungen, sobald je nach Herstellervorgabe beispielsweise 0,5 l Wasser und etwas Spülmittel auf den Backofenboden geben und die Anwendung gestartet wurde. Mithilfe des Prozesses können jedoch nur leichte Verunreinigungen entfernt werden.

Fettfilter und Geruchskatalysator:

Das Gefühl von Sauberkeit kann noch mit einem integrierten Filtersystem verstärkt werden, das den Backdunst filtert. Die sogenannten Wrasen, die während des Garens im Backofen entstehen, bestehen nicht nur aus Wasserdampf, sondern auch aus Fetten und anderen geruchsbildenden Partikeln. Der Fettfilter ähnelt einem Gewebe beispielsweise aus Edelstahl und sollte regelmäßig von Rückständen befreit werden. Der Katalysator reduziert Gerüche, indem er den Wrasen in Wasserdampf und geruchneutrale Stoffe umwandelt.

Hier erfahren Sie alles, was Sie über Backöfen und Herde wissen sollten: