Glasarbeitsplatten

Glas ist bereits seit Jahrhunderten in der Küche zu Hause. Gläser, Krüge, Teller oder die Tischplatte. Der Werkstoff kommt in allen erdenklichen Formen zum Einsatz. Doch ist Glas auch robust genug für den Einsatz als Küchenarbeitsplatte? Was sind die Gründe dafür, dass Glasarbeitsplatten in den letzten Jahren immer beliebter geworden sind? Hier erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Glasarbeitsplatte.

Glasarbeitsplatten: Glas Unidekor satiniert von Lechner
Glasarbeitsplatten wirken modern und verleihen der Küche ein exklusives Erscheinungsbild. Bild: Lechner

Glasarbeitsplatten: Wissenswertes zur Herstellung

Für die Herstellung von Glas wird Quarzsand, Kalkstein und Soda benötigt. Die Rohstoffe werden im gemahlenen Zustand miteinander vermengt und bei extrem hohen Temperaturen zu einer dickflüssigen Masse verschmolzen. Anschließend entstehen je nach Herstellungsverfahren unterschiedliche Glasarten.

Wichtig ist, dass Glas-Arbeitsplatten nicht aus „herkömmlichem“ Glas hergestellt werden. Was für Gläser und Fensterscheiben geeignet ist, ist nämlich noch lange nicht das Richtige für eine Glasarbeitsplatte. Denn normales Floatglas bzw. Flachglas kann der täglichen Beanspruchung in der Küche nicht in ausreichendem Maße standhalten. Erst nach einem speziellen Härteverfahren wird das Material „arbeitsplattentauglich“. Für den Einsatz in der Küche wird sogenanntes „Einscheibensicherheitsglas“ (ESG) verwendet. Glasarbeitsplatten aus ESG-Glas genügt sogar den Anforderungen eines vielgenutzten Arbeitsbereichs. Hierfür wird das Material sehr stark erhitzt und dann blitzschnell abgekühlt, sodass ein spezielles Spannungsverhältnis zwischen dem Kern und der Arbeitsplattenoberfläche entsteht.

Glänzend oder matt? Oberflächen bei Glasarbeitsplatten

Kupferfarbene Küchenarbeitsplatte aus Glas
Designküche mit kupferfarbener und matt satinierter Glasarbeitsplatte und Holztheke. Bild: Lechner

Großer Beliebtheit erfreuen sich insbesondere Klarglas-Ausführungen mit glatter Oberflächenstruktur und spiegelnder Optik. Da das einfallende Licht in diesem Fall von der Oberfläche reflektiert wird, muten die Glasarbeitsplatten sehr hell und freundlich an. Zugleich verleiht eine glänzende Glasarbeitsplatte der Küche einen modernen und edlen Charakter. Aber auch matte Oberflächen, sind für den Einsatz in der Küche geeignet. Diese matt satinierten Glasplatten verfügen über eine leicht strukturierte Oberfläche, die das Licht streut. Fingerabdrücke und feine Kratzer, die selbst auf Sicherheitsglas entstehen können, fallen übrigens auf den satinierten (oft auch als milchiges oder vereistes Glas bezeichneten) Oberflächen weniger auf als auf Klarglas.

Für noch mehr Exklusivität in der Küche sorgt eine mit Motiven oder Mustern bedruckte Glasarbeitsplatte. Oder Sie entscheiden sich für einen Nischenrückwand aus Glas. Mit Hilfe eines speziellen Siebdruckverfahrens können Druckmotive auf die Platte oder die Rückwand appliziert werden. Arbeitsflächen und Rückwände aus Einscheibensicherheitsglas (ESG) verleihen der Küche den Ausdruck außergewöhnlicher Klasse.

Inselküche mit schwarzer satinierter Glasarbeitsplatte
Schwarze Glasarbeitsplatte mit edlem Glanz. Bild: Lechner
Grüne Glasarbeitsplatte in der Küche
Blickfang in der Küche: Hellgrüne Glasarbeitsplatte

Die Glasarbeitsplatte: Vorteile und Nachteile

Glasarbeitsplatten sind aus thermisch vorgespanntem ESG-Glas gefertigt, was grundsätzlich einen echten Mehrwert in puncto Sicherheit mit sich bringt. Denn die Glasoberfläche zeichnet sich durch erhöhte Bruchfestigkeit aus. So kann sie selbst härteren Stößen z.B. durch einen heruntergefallenen Topf trotzen. Dennoch kann die Glasarbeitsplatte durch einen kräftigen Schlag mit einem harten und spitzen Gegenstand zu Bruch gehen, sie tut das aber weitaus weniger gefährlich als normales Glas. Anstatt in tausend scharfkantige Glasscherben zerspringt Einscheibensicherheitsglas nur in „Glaskrümel“, die nicht zu Schnittverletzungen führen können.

Auch heiße Topfböden können der temperaturbeständigen Oberfläche wenig anhaben. Um Kratzern vorzubeugen, sollte Kochgeschirr jedoch besser auf einem Untersetzer abgestellt werden. Arbeitsplatten aus Glas sind nicht kratzfest, was vor allem bei der Reinigung berücksichtigt werden sollte. Hartnäckige Verunreinigungen gilt es nicht mit scheuernden Lappen oder gar einer scharfen Klinge abzukratzen. Meist reicht bereits ein feuchtes Tuch, um Rückstände wegzuwischen. Die porenfreie Glasplatte ist nämlich sehr hygienisch und kinderleicht zu reinigen. Der Werkstoff nimmt zudem keine Gerüche an und trotzt sowohl Wasser, als auch den meisten Laugen und Säuren. Das heißt Wasserflecken, quellende oder Wellen werfende Arbeitsplatten gehören der Vergangenheit an. Einmal hergestellt, werden sich Farbe und Form des Glases nie wieder verändern.

Natürlich sind auch die äußeren Werte von Glas nicht zu verachten. Sie wünschen sich eine extravagante, moderne Küche, die Leichtigkeit ausstrahlt und zukunftsweisend ist? Dann ist dies Ihr Material. Ob matt oder glänzend, koloriert oder bedruckt – Glasarbeitsplatten sehen sehr edel aus und sind nicht nur einfarbig, sondern – wie z.B. beim Arbeitsplattenhersteller Lechner gesehen – mit den verschiedensten Motivdekoren erhältlich. Eine Glasarbeitsplatte ist deshalb nahezu bei jedem Küchendesign einsetzbar: sowohl in der gemütlichen Familienküche, als auch in der exklusiven Designerküche. Vor allem in Designküchen ist das Material jedoch häufig zu finden. Ein Grund dafür ist der Preis dieser hochwertigen Arbeitsplatten. Je nach Ausstattung und Beschaffenheit bewegen sich Glasarbeitsplatten im mittleren bis gehobenen Preissegment.

Übersicht: Pro & Contra Glasarbeitsplatte

Vorteile

  • Pflegeleicht und hygienisch dank porenloser Oberfläche
  • Unempfindlich gegen Wasser und Säuren
  • Lichtecht
  • Hitzebeständig
  • Edle und hochwertige Optik
  • Große Farbvielfalt sowie Arbeitsplatten in Klarglas oder mit satinierter Oberfläche erhältlich

Nachteile

  • Fingerabdrücke zeichnen sich schnell ab und schon leichte Kratzer fallen auf
  • Kratzempfindlich
  • Relativ teuer

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